Geldanlage

Festgeld in Österreich 2026 - Zinsen, Steuer und Rechner

Was nach Kapitalertragsteuer und Inflation von einer Termineinlage übrig bleibt - mit den amtlichen Sätzen der Nationalbank, dem Vergleich zum Tagesgeld und den gesetzlichen Vorschusszinsen.

Aktualisiert am 8. September 2026·Redaktion finfo.at
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2,05 % war im August 2026 der Schnitt für Bindungen über zwei Jahre.
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Steht in den Konditionen. Bei Laufzeiten bis zu einem Jahr macht es keinen Unterschied.
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3,2 % war die Rate im August 2026.
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Betrag, Zinssatz und Laufzeit eingeben - Zinsen, KESt und der Vergleich mit Tagesgeld erscheinen hier.
Alle Angaben ohne Gewähr. Stand August 2026. KESt 25 Prozent nach § 27a Abs. 1 Z 1 EStG. Laufzeiten unter einem Jahr werden anteilig gerechnet.

Was Festgeld 2026 bringt

Die Zinssätze im Neugeschäft der österreichischen Banken sehen nach Bindungsdauer so aus:

BindungsdauerAugust 2026Jahresschnitt 2024
bis 1 Jahr2,15 %3,00 %
1 bis 2 Jahre2,18 %2,75 %
über 2 Jahre2,05 %2,77 %

Einlagen privater Haushalte bei österreichischen Banken, Neugeschäft im August 2026 im Durchschnitt aller Institute (EZB-Zinssatzstatistik).

Zwischen der kürzesten und der längsten Bindung liegen 0,13 Prozentpunkte. Einen nennenswerten Aufschlag dafür, das Geld jahrelang festzulegen, gibt es derzeit also nicht - wer bindet, zahlt mit der Verfügbarkeit und bekommt dafür kaum etwas zurück.

Zwischen einem Jahr und über zwei Jahren Bindung liegen ganze zwei Hundertstel Prozentpunkte. Bei 10.000 Euro sind das 2 Euro Zinsen im Jahr - bezahlt mit vier Jahren Unverfügbarkeit. Wer heute lange bindet, bekommt für den Verzicht praktisch nichts.

Der Grund ist die flache Zinsstrukturkurve: Der Markt erwartet keine deutlich höheren Zinsen mehr. In einer solchen Phase ist die kurze Bindung fast immer die bessere Wahl - man bleibt flexibel, ohne Rendite zu verschenken.

Wie Festgeld funktioniert

Festgeld, auch Termineinlage genannt, ist eine Einlage mit fixem Zinssatz und fixer Laufzeit. Der Zinssatz steht bei Vertragsabschluss fest und ändert sich während der Laufzeit nicht - auch dann nicht, wenn die Marktzinsen fallen. Das ist der eigentliche Vorteil gegenüber Tagesgeld, dessen Zinssatz die Bank jederzeit senken darf.

Im Gegenzug ist das Geld gebunden. Am Laufzeitende wird der Betrag samt Zinsen ausbezahlt oder - wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird - automatisch verlängert, meist zu den dann gültigen Konditionen. Diese stillschweigende Verlängerung ist die häufigste Falle: Wer den Termin verpasst, sitzt schnell weitere zwei Jahre zu einem Zinssatz fest, den er nie akzeptiert hätte.

FestgeldTagesgeldSparbuch (täglich fällig)
Zinssatzfix für die Laufzeitvariabel, jederzeit änderbarvariabel, meist sehr niedrig
Verfügbarkeiterst am Laufzeitendetäglichtäglich
Wofürfester Termin in der ZukunftNotgroschenBargeldnähe am Schalter

Steuer und was real übrig bleibt

Auf Festgeldzinsen fallen 25 Prozent Kapitalertragsteuer an - nicht die 27,5 Prozent, die für Wertpapiere und Fonds gelten. Bei einer österreichischen Bank wird sie automatisch einbehalten und abgeführt; einen Freibetrag wie den deutschen Sparerpauschbetrag gibt es in Österreich nicht.

Bei einer ausländischen Bank ohne österreichische Zahlstelle wird keine KESt einbehalten. Die Zinsen sind dann in der Steuererklärung anzugeben und werden mit denselben 25 Prozent besteuert - die Steuerpflicht entfällt also nicht, sie verlagert sich nur auf den Anleger.

Die reale Rechnung: Neu gebundene Spareinlagen brachten im August 2026 im Schnitt 2,15 % bei einer Bindung bis zu einem Jahr. Nach 25 % Kapitalertragsteuer bleiben 1,61 %, und bei 3,2 % Inflation im August 2026 verliert das Guthaben real 1,5 % seiner Kaufkraft im Jahr.

10.000,00 € über 3 JahreBetrag
Zinssatz brutto2,15 %
Zinssatz nach 25 % Kapitalertragsteuer1,61 %
Kontostand am Ende10.491,59 €
nötig für gleiche Kaufkraft bei 3,2 % Inflation10.991,05 €
Kontostand in heutiger Kaufkraft9.545,58 €
Verlust gegenüber heute−454,42 € oder −4,5 %

Gerechnet mit dem Durchschnittszins für gebundene Einlagen bis ein Jahr im August 2026 und der Inflationsrate vom August 2026, beide über die gesamte Laufzeit unverändert angenommen. Zinseszins berücksichtigt, Zinsen jährlich gutgeschrieben.

Das ist kein Argument gegen Festgeld, sondern eines für die richtige Zuordnung: Für Geld, das zu einem bekannten Termin gebraucht wird - Autokauf in zwei Jahren, Eigenmittel für den Wohnungskauf -, ist der garantierte Zinssatz genau richtig. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist er es nicht.

Vorzeitige Auflösung: was sie kostet

Ein Festgeldkonto ist nicht kündbar - das ist der Kern der Vereinbarung. In Härtefällen lassen viele Banken eine vorzeitige Auflösung dennoch zu, dann fallen Vorschusszinsen an. Deren Höhe ist gesetzlich geregelt (§ 32 Abs. 8 BWG):

1 Promille des Betrags je vollem Monat der nicht eingehaltenen Bindung - höchstens jedoch die insgesamt vergüteten Habenzinsen. Bei 10.000 Euro und einem Jahr Restbindung wären das rechnerisch 120 Euro; da die Deckelung greift, bleibt es bei den bis dahin angefallenen Zinsen. Das Kapital selbst wird nie angetastet.

Wer trotzdem flexibel bleiben will, teilt den Betrag: Statt 30.000 Euro auf einmal drei Tranchen zu je 10.000 Euro mit ein, zwei und drei Jahren Laufzeit. Jedes Jahr wird eine Tranche frei und kann neu angelegt werden - diese Zinstreppe kostet bei der heutigen flachen Zinskurve fast nichts an Rendite und verhindert, dass das gesamte Vermögen zum falschen Zeitpunkt gebunden ist.

Einlagensicherung: 100.000 Euro pro Bank

Festgeld ist wie jede Einlage bis 100.000 Euro pro Person und pro Kreditinstitut gesetzlich gesichert; im Sicherungsfall wird binnen sieben Arbeitstagen ausbezahlt. Details dazu im Beitrag zur Einlagensicherung.

Zwei Punkte, die bei ausländischen Angeboten zählen:

  • Es sichert das Land der Bank, nicht Österreich. Bei einer Bank mit Sitz in Litauen greift die litauische Sicherung - die Deckungssumme von 100.000 Euro gilt EU-weit einheitlich, die Abwicklung liegt aber bei der dortigen Stelle.
  • Zinsen und Kapital zusammen dürfen die Grenze nicht übersteigen. Wer 100.000 Euro anlegt, hat am Laufzeitende mehr als das - der überschießende Teil ist nicht gedeckt.

Auffällig hohe Zinsen einzelner Institute sind fast immer ein Hinweis auf höheres Risiko oder auf ein Neukundenangebot mit kurzer Frist. Wer über 100.000 Euro anlegt, verteilt auf mehrere Institute - zwei Konten bei derselben Bank helfen nicht.

Worauf beim Abschluss zu achten ist

  • Mindest- und Höchsteinlage: Viele Angebote beginnen bei 1.000 oder 5.000 Euro; nach oben gibt es teils Deckel, ab denen der beworbene Zinssatz nicht mehr gilt.
  • Zinsgutschrift: Jährlich oder erst am Laufzeitende. Bei Laufzeiten über einem Jahr bringt die jährliche Gutschrift durch den Zinseszins etwas mehr.
  • Verlängerungsklausel: Prüfen, ob sich der Vertrag automatisch verlängert und bis wann gekündigt werden muss. Termin sofort in den Kalender.
  • Referenzkonto: Die Auszahlung geht meist nur auf das bei Eröffnung angegebene Konto zurück.
  • Neukundenzinsen: Gelten oft nur für die erste Laufzeit und für einen begrenzten Betrag. Der Zinssatz nach der Verlängerung ist der, mit dem man tatsächlich lebt.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die Festgeldzinsen 2026?

Im Neugeschäft lagen sie im August 2026 bei 2,05 bis 2,18 Prozent, je nach Bindungsdauer. Zwischen der kürzesten und der längsten Bindung liegen 0,13 Prozentpunkte. Einen nennenswerten Aufschlag dafür, das Geld jahrelang festzulegen, gibt es derzeit also nicht - wer bindet, zahlt mit der Verfügbarkeit und bekommt dafür kaum etwas zurück.

Wie viel Steuer fällt auf Festgeld an?

25 Prozent Kapitalertragsteuer auf die Zinsen, bei österreichischen Banken automatisch einbehalten. Einen Freibetrag gibt es nicht. Bei ausländischen Banken sind die Zinsen selbst zu erklären.

Kann ich Festgeld vorzeitig auflösen?

Ein Anspruch darauf besteht nicht. Lässt die Bank es zu, fallen Vorschusszinsen an: 1 Promille je vollem Monat der nicht eingehaltenen Bindung, höchstens aber die bisher gutgeschriebenen Zinsen (§ 32 Abs. 8 BWG). Das Kapital bleibt unangetastet.

Festgeld oder Tagesgeld?

Festgeld, wenn der Bedarfszeitpunkt feststeht und der fixe Zinssatz über die Laufzeit gesichert sein soll. Tagesgeld, wenn das Geld verfügbar bleiben muss. Bei der heutigen flachen Zinskurve ist der Renditevorsprung des Festgelds gering.

Wie viel ist abgesichert?

100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut, Kapital und Zinsen zusammen gerechnet. Bei ausländischen Banken sichert das Sitzland, nicht Österreich.

Was passiert am Ende der Laufzeit?

Entweder wird ausbezahlt oder der Vertrag verlängert sich automatisch zu den aktuellen Konditionen. Welche Variante gilt, steht in den Bedingungen - der Kündigungstermin gehört in den Kalender.

Quellen

oenb.at - Einlagenzinssätze im Neugeschäft

§ 32 BWG - Spareinlagen und Vorschusszinsen

§ 27a EStG - besondere Steuersätze auf Kapitalvermögen

einlagensicherung.at - Einlagensicherung AUSTRIA

fma.gv.at - Einlagensicherung

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