| Das Wichtigste auf einen Blick | |
|---|---|
| Gültig seit | 1. Jänner 2019 (ersetzt Kinderfreibetrag und Kinderbetreuungskosten) |
| Betrag unter 18 | 2.000 € jährlich / 166,68 € monatlich |
| Betrag ab 18 | 700 € jährlich / 58,34 € monatlich (seit 2024) |
| Kindermehrbetrag | Bis zu 700 € für Geringverdiener |
| Aufteilung | 100%/0% oder 50%/50% zwischen den Eltern |
| Beantragung | Formular E30 (Arbeitgeber) oder L1k (Arbeitnehmerveranlagung) |
Der Familienbonus Plus ist seit 2019 das zentrale Instrument zur steuerlichen Entlastung von Familien in Österreich. Durch diesen Absetzbetrag können Eltern ihre Steuerlast um bis zu 2.000 Euro pro Kind und Jahr reduzieren. Die Regelung wurde mehrfach angepasst und bietet Familien mit mittlerem und höherem Einkommen eine spürbare Entlastung, während Geringverdiener durch den Kindermehrbetrag unterstützt werden.
Wie funktioniert der Familienbonus Plus?
Der Familienbonus Plus ist ein steuerlicher Absetzbetrag, der die zu zahlende Einkommensteuer direkt reduziert. Im Gegensatz zu einem Freibetrag, der nur das zu versteuernde Einkommen mindert, wird der Familienbonus Plus von der errechneten Steuer abgezogen - Euro für Euro.
Für jedes Kind im Alter von bis zu 18 Jahren kann die Steuerlast um bis zu 2.000 Euro pro Jahr (166,68 € monatlich) reduziert werden. Auch für ältere Kinder steht der Familienbonus zu, allerdings in reduzierter Höhe von 700 Euro jährlich (58,34 € monatlich) - vorausgesetzt, für das Kind wird noch Familienbeihilfe bezogen. Dies gilt etwa während einer Ausbildung oder eines Studiums bis zum 24. Lebensjahr.
Entwicklung der Beträge
| Zeitraum | Unter 18 Jahren | Ab 18 Jahren |
|---|---|---|
| 2019 - 2021 | 1.500 € / Jahr | 500 € / Jahr |
| 2022 - 2023 | 2.000 € / Jahr | 650 € / Jahr |
| Ab 2024 | 2.000 € / Jahr | 700 € / Jahr |
Voraussetzungen für den Familienbonus Plus
Um den Familienbonus Plus in Anspruch nehmen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Sie sind in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig
- Für das Kind wird österreichische Familienbeihilfe bezogen
- Das Kind hat seinen ständigen Aufenthalt in Österreich, einem EU/EWR-Staat oder der Schweiz
Einkommensgrenzen gibt es keine - der Familienbonus Plus steht Familien mit niedrigen, mittleren und höheren Einkommen gleichermaßen zu. Die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch davon ab, ob genügend Lohnsteuer anfällt, um den Bonus voll auszuschöpfen.
Ab welchem Einkommen wird der Bonus voll ausgeschöpft?
Der Familienbonus Plus wirkt ab dem ersten Steuereuro. Um ihn vollständig nutzen zu können, muss die jährliche Lohnsteuer mindestens so hoch sein wie der Bonus. Richtwerte für 2026:
- 1 Kind unter 18: ab ca. 2.500 € Brutto monatlich vollständig ausschöpfbar
- 2 Kinder unter 18: ab ca. 3.200 € Brutto monatlich
- 3 Kinder unter 18: ab ca. 3.800 € Brutto monatlich
Bei niedrigerem Einkommen wird der Familienbonus anteilig gewährt - er kann die Steuerlast auf null reduzieren, aber nicht zu einer Auszahlung führen. Dafür gibt es den Kindermehrbetrag.
Kindermehrbetrag für Geringverdiener
Wer zu wenig verdient, um den Familienbonus Plus vollständig zu nutzen, kann unter bestimmten Voraussetzungen den Kindermehrbetrag erhalten. Dieser beträgt seit 2024 bis zu 700 Euro pro Kind und Jahr.
Voraussetzungen für den Kindermehrbetrag:
- An mindestens 30 Tagen im Jahr wurden steuerpflichtige Einkünfte erzielt, oder es wurde ganzjährig Kinderbetreuungsgeld, Wochengeld oder Pflegekarenzgeld bezogen
- Die Einkommensteuer vor Abzug der Absetzbeträge liegt unter 700 Euro pro Kind
- Es besteht Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, oder der (Ehe-)Partner hat ebenfalls ein geringes Einkommen
Der Kindermehrbetrag wird automatisch bei der Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Aufteilung zwischen den Eltern
Der Familienbonus Plus kann zwischen den Eltern aufgeteilt werden. Seit 2022 gibt es folgende Möglichkeiten:
Bei (Ehe-)Partnern im gemeinsamen Haushalt:
- Ein Elternteil beantragt 100 %, der andere 0 %
- Beide beantragen je 50 % (je 1.000 € bei Kindern unter 18 bzw. je 350 € ab 18)
Bei getrennt lebenden Eltern:
- Dieselben Aufteilungsvarianten, sofern der Unterhalt vollständig geleistet wird
- Der unterhaltspflichtige Elternteil erhält den Bonus nur für Monate, in denen Unterhalt geleistet wurde
- Bei Nichtleistung des Unterhalts steht der gesamte Bonus dem anderen Elternteil zu
Wichtig: Wird der Familienbonus Plus insgesamt zu hoch beantragt (z.B. beide beantragen 100 %), erfolgt automatisch eine Kürzung auf je 50 %. Stimmen Sie sich daher mit dem anderen Elternteil ab!
Hinweis: Die frühere 90/10-Aufteilung für getrennt lebende Eltern mit überwiegender Kinderbetreuung galt nur als Übergangsregelung für die Jahre 2019-2021 und ist nicht mehr anwendbar.
Wie wird der Familienbonus Plus beantragt?
Es gibt zwei Möglichkeiten:
1. Beim Arbeitgeber (monatliche Berücksichtigung):
- Mit dem Formular E 30 beim Arbeitgeber einreichen
- Der Bonus wird dann monatlich in der Lohnverrechnung berücksichtigt
- Bei Jobwechsel muss das Formular auch beim neuen Arbeitgeber abgegeben werden
- Änderungen der familiären Verhältnisse sind mit Formular E 31 zu melden
2. Bei der Arbeitnehmerveranlagung (jährlich im Nachhinein):
- Über FinanzOnline oder
- Mit dem Papierformular L 1k (für jedes Kind ein eigenes Formular)
- Bei besonderen Verhältnissen (Trennung, unvollständige Unterhaltszahlung): Formular L 1k-bF
Achtung: Wer eine Arbeitnehmerveranlagung durchführt, muss den Familienbonus Plus dort nochmals beantragen - auch wenn er bereits vom Arbeitgeber berücksichtigt wurde! Andernfalls droht eine Rückforderung durch das Finanzamt.
Sonderfälle
Empfänger von Mindestsicherung und Arbeitslose
Da der Familienbonus Plus ein Steuerabsetzbetrag ist, profitieren Personen ohne steuerpflichtiges Einkommen (z.B. Mindestsicherungsbezieher oder Arbeitslose) nicht direkt davon. Sie werden jedoch durch diese Regelung auch nicht schlechter gestellt als zuvor. Wer zumindest 30 Tage im Jahr steuerpflichtige Einkünfte erzielt, kann den Kindermehrbetrag erhalten.
Kinder mit Behinderung
Für Kinder mit Behinderung gelten keine Nachteile. Der Familienbonus Plus steht so lange zu, wie Familienbeihilfe bezogen wird - bei erhöhter Familienbeihilfe für Kinder mit Behinderung oft auch über das 24. Lebensjahr hinaus. Der Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe bleibt davon unberührt.
Kinder im Ausland
Für Kinder mit ständigem Aufenthalt im EU/EWR-Raum oder der Schweiz wird der Familienbonus Plus an das Preisniveau des jeweiligen Landes angepasst (indexiert). Für Kinder außerhalb dieser Länder besteht kein Anspruch.
Was wurde durch den Familienbonus Plus ersetzt?
Mit Einführung des Familienbonus Plus am 1. Jänner 2019 wurden folgende Regelungen abgeschafft:
- Kinderfreibetrag (ehemals max. 440 € pro Kind)
- Steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten (ehemals max. 2.300 € pro Kind bis zum 10. Lebensjahr)
Der Familienbonus Plus bietet mit bis zu 2.000 € eine deutlich höhere Entlastung als die früheren Regelungen zusammen.
Fazit
Der Familienbonus Plus ist seit 2019 das wichtigste Instrument zur steuerlichen Entlastung von Familien in Österreich. Mit bis zu 2.000 Euro pro Kind unter 18 Jahren bzw. 700 Euro für ältere Kinder in Ausbildung bietet er eine spürbare Steuerersparnis. Für Geringverdiener steht zusätzlich der Kindermehrbetrag von bis zu 700 Euro zur Verfügung.
Wichtig ist, den Familienbonus Plus aktiv zu beantragen und bei der Arbeitnehmerveranlagung nicht zu vergessen. Bei getrennten Haushalten sollte die Aufteilung mit dem anderen Elternteil abgestimmt werden, um unerwünschte Rückforderungen zu vermeiden.