Ratgeber

Bildungskarenz 2026 - Weiterbildungsbeihilfe, Höhe und Rechner

Seit 8. Juni 2026 fördert das AMS die Bildungskarenz wieder - mit einem Stufenmodell zwischen 41,49 und 69,77 Euro pro Tag. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht mehr.

Aktualisiert am 7. August 2026·Redaktion finfo.at
Ihre Weiterbildungsbeihilfe 2026
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Der Durchschnitt der letzten zwölf Monate ohne Sonderzahlungen (allgemeine Beitragsgrundlage).
Die Beihilfe wird pro Kalendertag gerechnet, ein langer Monat bringt also mehr.
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Bruttoentgelt eingeben - Einkommensstufe, Tagsatz, Monatsbetrag und die Aufteilung zwischen AMS und Arbeitgeber erscheinen hier.
Alle Angaben ohne Gewähr. Stufen und Tagsätze laut Pauschalsatztabelle des AMS, Stand Jänner 2026. Verbindlich ist allein der Bescheid des AMS - auf die Beihilfe besteht kein Rechtsanspruch.

Wie hoch die Weiterbildungsbeihilfe 2026 ist

Zwischen 41,49 und 69,77 Euro pro Kalendertag, je nach bisherigem Einkommen. Bei einem Monat mit 30 Tagen sind das 1.244,70 bis 2.093,10 Euro. Die Beihilfe ersetzt kein Gehalt, sie sichert den Lebensunterhalt - wer bisher 4.000 Euro brutto verdient hat, bekommt 1.818,60 Euro im Monat und damit 45 Prozent davon.

Die Zuordnung erfolgt über neun Einkommensstufen. Maßgeblich ist die durchschnittliche allgemeine Beitragsgrundlage der letzten zwölf Monate, bei Saisonbetrieben der letzten 24 Monate: das laufende Bruttoentgelt ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld, gedeckelt mit der Höchstbeitragsgrundlage.

StufeBruttoentgelt pro MonatTagsatz gesamtdavon AMSdavon Arbeitgeber
1551,11 bis 1.571,31 €41,49 €41,49 €-
21.571,32 bis 2.053,99 €43,09 €43,09 €-
32.054,00 bis 2.567,49 €44,61 €44,61 €-
42.567,50 bis 3.080,99 €47,28 €47,28 €-
53.081,00 bis 3.464,99 €54,18 €54,18 €-
63.465,00 bis 3.594,49 €54,18 €46,06 €8,12 €
73.594,50 bis 4.107,99 €60,62 €51,53 €9,09 €
84.108,00 bis 4.621,49 €66,71 €56,71 €10,00 €
9ab 4.621,50 €69,77 €59,31 €10,46 €

Der Monatsbetrag ist der Tagsatz mal den Kalendertagen des Monats. Im Jänner mit 31 Tagen bringt der Mindestsatz 1.286,19 Euro, im Februar 1.161,72 Euro - ein Unterschied von 124,47 Euro zwischen zwei aufeinanderfolgenden Monaten, bei völlig unveränderter Ausbildung.

Der auffälligste Sprung liegt zwischen Stufe 4 und 5. Wer 3.080 Euro verdient, bekommt 47,28 Euro pro Tag, wer 3.081 Euro verdient, 54,18 Euro. Ein Euro mehr Gehalt bringt 207 Euro mehr Beihilfe im Monat. Innerhalb der Stufen ändert sich dagegen nichts: Von 3.081 bis 3.464 Euro bleibt der Satz gleich.

Die Beträge werden seit 2026 jährlich mit dem Anpassungsfaktor nach § 108f ASVG valorisiert, für 2026 mit 1,027. Die gesetzlichen Ausgangswerte in § 37e Abs. 6 AMSG lauten 40,40 und 67,94 Euro; daraus wurden die heute geltenden 41,49 und 69,77 Euro. Die Stufengrenzen wandern im selben Ausmaß mit.

Wenn der Arbeitgeber 15 Prozent trägt

Ab einem Bruttoentgelt von 3.465 Euro - der Hälfte der Höchstbeitragsgrundlage 2026 - muss der Arbeitgeber 15 Prozent der Beihilfe monatlich an die karenzierte Person zahlen. Der AMS-Anteil sinkt im gleichen Ausmaß (§ 37e Abs. 7 AMSG).

Für den Empfänger ändert das nichts am Betrag, nur an der Herkunft. Sichtbar wird die Grenze an einer Stelle: Bei 3.464,99 Euro Bruttoentgelt gelten Stufe 5 und 54,18 Euro pro Tag, vollständig vom AMS. Bei 3.465,00 Euro gelten Stufe 6 und ebenfalls 54,18 Euro pro Tag - davon 8,12 Euro vom Betrieb. Ein Cent mehr Gehalt verschiebt also nur die Finanzierung.

Zwei Regeln dazu, die in der Praxis zählen: Die Sozialversicherungsbeiträge für diesen Pflichtzuschuss trägt das AMS, nicht der Betrieb. Und freiwillige Zuschüsse des Arbeitgebers sind nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro zulässig - wer mehr zuschießt, gefährdet die Beihilfe. Was der Zuschuss den Betrieb kostet und wie er in der Lohnverrechnung zu behandeln ist, steht im Leitfaden für Arbeitgeber.

Bildungskarenz, Weiterbildungszeit, Weiterbildungsbeihilfe

Drei Begriffe für zwei Dinge, und das sorgt für die meiste Verwirrung. Arbeitsrechtlich heißt die Freistellung weiterhin Bildungskarenz - § 11 AVRAG trägt bis heute diese Überschrift, die Teilzeitvariante heißt in § 11a AVRAG Bildungsteilzeit. Neu sind die Geldleistung und ihr Name: Das Weiterbildungsgeld nach § 26 AlVG wurde durch die Weiterbildungsbeihilfe nach § 37e AMSG ersetzt. Das AMS nennt seine beiden Förderungen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit.

bis 31.3.2025seit 8.6.2026
FreistellungBildungskarenz, § 11 AVRAGunverändert
GeldleistungWeiterbildungsgeld, § 26 AlVGWeiterbildungsbeihilfe, § 37e AMSG
Höhefiktives ArbeitslosengeldStufenmodell, 41,49 bis 69,77 €/Tag
Rechtsanspruchjanein, Ermessensentscheidung des AMS
Arbeitgeberkeine Beteiligung15 % ab 3.465 € Bruttoentgelt

Dazwischen lag eine Lücke von vierzehn Monaten. Das Weiterbildungsgeld lief mit 31. März 2025 aus; Übergangsregeln galten nur für Bezüge, die bis dahin begonnen hatten, und für Vereinbarungen, die bis 28. Februar 2025 geschlossen wurden und deren Maßnahme bis 31. Mai 2025 startete. Wer danach eine Bildungskarenz vereinbaren wollte, bekam bis zum 8. Juni 2026 kein Geld dafür.

Der wichtigste inhaltliche Unterschied ist der weggefallene Rechtsanspruch. Das AMS entscheidet im Einzelfall, ob die Ausbildung arbeitsmarktpolitisch sinnvoll ist, und das Budget ist mit 150 Millionen Euro pro Jahr gedeckelt. Ist es ausgeschöpft, gibt es keine Beihilfe mehr - unabhängig davon, wie gut das Vorhaben begründet ist.

Voraussetzungen im Einzelnen

  • Zwölf Monate durchgehend vollentlohnt beim karenzierenden Arbeitgeber, arbeitslosenversicherungspflichtig. Zeiten aus einem Lehrverhältnis, aus dem übernommen wurde, zählen mit.
  • Mindestalter 18 Jahre, also keine Ausbildungspflicht mehr.
  • Schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber auf dem AMS-Formular. Sie muss den aktuellen Bildungsstand, die Bildungsmaßnahme und das Bildungsziel nennen. Auf Verlangen ist der Betriebsrat den Verhandlungen beizuziehen.
  • Bildungsberatung in einem BerufsInfoZentrum des AMS, wenn das Bruttoentgelt unter 3.465 Euro liegt. Der dabei erstellte Bildungsplan darf zu Ausbildungsbeginn nicht älter als sechs Monate sein.
  • Kein Kinderbetreuungsgeld und kein Wochengeld in den letzten 26 Wochen vor Ausbildungsbeginn.

Saisonbetriebe

Bei einem befristeten Dienstverhältnis in einem Saisonbetrieb nach § 53 Abs. 6 ArbVG genügen drei durchgehende Monate unmittelbar vor der Antragstellung, sofern beim selben Arbeitgeber insgesamt zwölf vollentlohnte Monate innerhalb der letzten 24 Monate zusammenkommen. Mehrere Befristungen beim selben Betrieb werden dafür zusammengerechnet.

Nach abgeschlossenem Master- oder Diplomstudium

Wer bereits ein Master- oder Diplomstudium abgeschlossen hat, braucht 208 arbeitslosenversicherungspflichtige Wochen - also vier Jahre Beschäftigung in Österreich -, davon zwölf Monate ununterbrochen beim karenzierenden Arbeitgeber. Diese Hürde trifft vor allem Absolventen, die nach dem Studium rasch eine zweite Ausbildung anhängen wollen.

Nach der Elternkarenz

Ein direkter Anschluss ist ausgeschlossen. Zwischen dem letzten Tag mit Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld und dem Ausbildungsbeginn müssen 26 Wochen liegen, in denen tatsächlich gearbeitet wurde. Wochengeld- und Kinderbetreuungsgeldzeiten zählen zwar grundsätzlich als Beschäftigungszeiten, in diesem Fenster von 26 Wochen aber ausdrücklich nicht.

Wer Betreuungspflichten für Kinder bis zum vollendeten 7. Lebensjahr hat und nachweisen kann, dass keine längere Betreuungsmöglichkeit besteht, kommt mit 16 statt 20 Wochenstunden aus. Bei Kindern, für die erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird, gilt diese Erleichterung bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Wer keine Weiterbildungsbeihilfe bekommt

Die Bundesrichtlinie des AMS nennt die Gruppen, für die es keine Beihilfe gibt:

  • Personen mit einem weiteren Dienstverhältnis über der Geringfügigkeitsgrenze neben dem zu karenzierenden
  • Öffentlich Bedienstete, die nicht der Arbeitslosenversicherungspflicht unterliegen - das trifft pragmatisierte Beamte. Vertragsbedienstete und Vertragslehrer sind arbeitslosenversichert und können die Weiterbildungszeit nutzen; für pragmatisierte Beamte bleibt das Sabbatical die Alternative.
  • Personen in Altersteilzeit, in Kurzarbeit oder in einem Lehrverhältnis
  • Personen, die bereits die Anspruchsvoraussetzungen für eine Alterspension erfüllen oder eine Alterspension beziehen
  • Bezieher von Kinderbetreuungsgeld und von Übergangsgeld während einer Reha-Maßnahme
  • arbeitsunfähige Personen im Sinne des § 8 AlVG
  • Drittstaatsangehörige ohne Beschäftigungsbewilligung

Neben der Weiterbildungsbeihilfe ist keine weitere AMS-Beihilfe für dasselbe Vorhaben möglich, und sie ruht, sobald Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung gebühren. Einzige Ausnahme ist die Kinderbetreuungsbeihilfe des AMS.

Welche Ausbildung anerkannt wird

Die Maßnahme muss überbetrieblich verwertbar sein - eine Einschulung auf die hauseigene Software fällt damit weg. Anerkannt werden das Nachholen von Abschlüssen, berufsqualifizierende Kurse und Lehrgänge, Sprachausbildungen im In- und Ausland und Studien. Kurse aus dem Freizeit- und Hobbybereich sind ausgeschlossen. Qualifizierungen für Mangelberufe haben die besten Chancen auf eine Bewilligung.

WeiterbildungszeitWeiterbildungsteilzeit
Wochenstunden20 (16 bei Betreuungspflichten)10 (8 bei Betreuungspflichten)
ECTS je Semester20 (16 bei Betreuungspflichten)10 (8 bei Betreuungspflichten)
Mindestdauer je Modul2 Monate4 Monate
Höchstdauer in vier Jahren1 Jahr, in Blöcken 372 Tage2 Jahre, in Blöcken 738 Tage

Eine Bedingung wird dabei leicht übersehen: Die geforderten Wochenstunden müssen in einem seminaristischen Lernsetting stattfinden, in Präsenz oder als Live-Online-Format. Selbstlernzeit, Skriptenlektüre und aufgezeichnete Videos zählen nicht mit. Für ein Live-Online-Format verlangt das AMS einen Zugangslink. Verpflichtende Praktika innerhalb einer staatlich anerkannten Ausbildung werden wie Präsenzzeit bewertet.

Haben mehrere Kurse unterschiedliche Stundenausmaße, zählt der Durchschnitt über die gesamte Förderdauer: Maßnahmenstunden geteilt durch Anzahl der Wochen. Ferienzeiten müssen in diesem Durchrechnungszeitraum mitgetragen werden. Zwischen zwei Modulen dürfen höchstens sieben Kalendertage liegen - wird die Pause länger, ist ein neues Förderungsbegehren nötig, und die Mindestdauer beginnt von vorne.

Bei einem Studium ist nach jedem Semester der Nachweis über 20 ECTS aus Pflicht- und Wahlfächern zu erbringen. Wo eine Ausbildung keine Zeugnisse vorsieht, verlangt das AMS eine Bestätigung über mindestens 75 Prozent Anwesenheit.

Dauer, Rahmenfrist und der Wechsel zwischen den Modellen

Die Bildungskarenz dauert mindestens zwei Monate und höchstens ein Jahr. Danach läuft eine Rahmenfrist von vier Jahren, die mit dem Antritt beginnt, nicht mit dem Ende. Wer am 1. Juli 2026 antritt, kann frühestens am 1. Juli 2030 wieder in Bildungskarenz gehen.

Das Jahr lässt sich stückeln, solange jeder Teil mindestens zwei Monate dauert. Weil dabei Monatsgrenzen ungünstig fallen können, erlaubt das AMS in Blöcken bis zu 372 Kalendertage statt 365. Endet die erforderliche Mindestdauer auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, darf die Maßnahme schon am vorangegangenen Werktag enden.

Innerhalb der Rahmenfrist ist ein einmaliger Wechsel zwischen den beiden Modellen erlaubt, mit einer festen Umrechnung:

  • Von der Karenz in die Teilzeit im doppelten Ausmaß des nicht verbrauchten Rests: Wer acht der zwölf Monate genommen hat, kann die verbleibenden vier Monate in acht Monate Bildungsteilzeit umwandeln.
  • Von der Teilzeit in die Karenz im halben Ausmaß: Aus zehn nicht verbrauchten Monaten Teilzeit werden fünf Monate Karenz.

In beiden Richtungen gelten die Mindestdauern weiter - zwei Monate für die Karenz, vier für die Teilzeit.

Weiterbildungsteilzeit: rechnen, bevor man wählt

Statt ganz auszusteigen, lässt sich die Normalarbeitszeit um mindestens 25 und höchstens 50 Prozent senken. Die verbleibende Arbeitszeit darf zehn Wochenstunden nicht unterschreiten - bei einer 38,5-Stunden-Woche ist die halbe Reduktion also problemlos, bei einer 20-Stunden-Teilzeitstelle sind höchstens zehn Stunden Reduktion möglich.

Die Beihilfe folgt demselben Stufenmodell, allerdings anteilig: Der Tagsatz ist der Gesamtsatz der Stufe mal dem Prozentsatz der Arbeitszeitreduktion. Wer in Stufe 3 liegt und die Arbeitszeit halbiert, bekommt 22,31 statt 44,61 Euro pro Tag, also 669,30 Euro im Monat - dazu das halbe Gehalt.

Ein Detail, das bis zu 157 Euro im Monat ausmacht: Berechnungsgrundlage ist auch in den Stufen 6 bis 9 der volle Tagsatz, nicht der um 15 Prozent gekürzte AMS-Anteil - obwohl es in der Teilzeit keine Arbeitgeberbeteiligung gibt. In Stufe 9 wird also mit 69,77 Euro gerechnet, nicht mit 59,31 Euro - bei halber Arbeitszeit ein Unterschied von 156,90 Euro im Monat.

Weitere Unterschiede zur vollen Karenz: keine verpflichtende Bildungsberatung, keine Arbeitgeberbeteiligung, und die einmal vereinbarte Arbeitszeitreduktion lässt sich während der Laufzeit nicht mehr ändern. Mehrarbeitsstunden dürfen nicht ausbezahlt werden, sie müssen über Gleitzeit ausgeglichen werden. Überstunden zählen bei der Berechnung der Normalarbeitszeit ohnehin nicht mit.

Die Vereinbarung muss schriftlich erfolgen und Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung festhalten - also auch, an welchen Tagen gearbeitet wird.

Der Antrag Schritt für Schritt

  1. Ausbildung suchen und anmelden. Spätestens beim Antrag braucht das AMS eine Anmelde-, Reservierungs- oder Inskriptionsbestätigung des Instituts.
  2. Bildungsberatung im BerufsInfoZentrum, sofern das Bruttoentgelt unter 3.465 Euro liegt. Wer darüber liegt, kann sie freiwillig in Anspruch nehmen. Der Bildungsplan darf zu Ausbildungsbeginn höchstens sechs Monate alt sein.
  3. Vereinbarung mit dem Arbeitgeber auf dem AMS-Formular schließen.
  4. Antrag stellen - frühestens drei Monate vor Beginn; die AMS-Richtlinie nennt zwölf Wochen. Das AMS entscheidet innerhalb von vier Wochen, sobald alle Unterlagen vollständig vorliegen.
  5. Zusage abwarten. Die Vereinbarung wird erst am Tag nach der Zustellung der AMS-Mitteilung wirksam. Ohne Zusage bleibt sie wirkungslos - und wer trotzdem karenziert wird und weiter Gehalt bezieht, muss die Beihilfe zurückzahlen.

Meldepflichten während der Karenz: Krankenstand ab dem ersten Tag, Abbruch oder Verringerung der Wochenstunden, Wechsel des Instituts, Auflösung des Dienstverhältnisses, Arbeitgeberwechsel, Mutterschutz, Präsenzdienst, Pensionsantrag, Änderungen der Bankverbindung. Der Nachweis des Ausbildungsfortschritts ist nach jedem Modul, spätestens alle sechs Monate fällig.

Was Sie dazuverdienen dürfen

Deutlich weniger, als die Zahl vermuten lässt. Zulässig ist ein geringfügiges Dienstverhältnis bis 551,10 Euro im Monat - aber nur, wenn es schon vor Ausbildungsbeginn seit mindestens 26 Wochen bestanden hat und bei einem anderen Arbeitgeber läuft als dem karenzierenden. Einen Nebenjob während der Karenz neu aufzunehmen, ist nicht vorgesehen.

Wer bereits vor der Karenz ein zweites Dienstverhältnis über der Geringfügigkeitsgrenze hatte, ist von der Förderung ganz ausgeschlossen. Einkünfte aus land- und forstwirtschaftlichem Besitz bleiben bis zum Einheitswertgrenzbetrag außer Betracht. Mehr zu den Grenzen und zur Zusammenrechnung mehrerer Jobs steht bei der geringfügigen Beschäftigung.

Steuer: was von der Beihilfe übrig bleibt

Alles. Die Weiterbildungsbeihilfe ist als Beihilfe nach dem Arbeitsmarktservicegesetz nach § 3 Abs. 1 Z 5 lit. d EStG steuerfrei, der Pflichtzuschuss des Arbeitgebers nach lit. f derselben Bestimmung ebenfalls. Der ausbezahlte Betrag ist also der Betrag, der bleibt.

Interessanter ist, was nicht passiert. Die Hochrechnung nach § 3 Abs. 2 EStG - jener Mechanismus, der beim Arbeitslosengeld regelmäßig zu einer Nachzahlung beim Steuerausgleich führt - erfasst ausdrücklich nur die Bezüge nach Z 5 lit. a und lit. c: Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, an deren Stelle tretende Ersatzleistungen und die Überbrückungshilfe. Beihilfen nach dem AMSG stehen nicht in dieser Aufzählung. Beim alten Weiterbildungsgeld, einer Leistung nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz, war das anders.

Praktisch heißt das: Das in den Arbeitsmonaten bezogene Gehalt wird für den Steuersatz nicht auf ein fiktives Jahreseinkommen hochgerechnet. Wer nur einen Teil des Jahres gearbeitet hat, hat dadurch oft zu viel Lohnsteuer gezahlt - eine Arbeitnehmerveranlagung lohnt sich in einem Karenzjahr fast immer. Liegt das Jahreseinkommen unter der Steuergrenze, kommt zusätzlich die Negativsteuer in Betracht.

Urlaub, Sonderzahlungen, Abfertigung

Die Freistellung ist unbezahlt, und das wirkt sich auf drei Ansprüche aus, die den Gesamtverlust deutlich größer machen als die Differenz zwischen Gehalt und Beihilfe.

Sonderzahlungen

Urlaubs- und Weihnachtsgeld gebühren nur für den Teil des Kalenderjahres ohne Karenz (§ 11 Abs. 2 AVRAG in Verbindung mit § 15f Abs. 1 MSchG). Sechs Monate Bildungskarenz halbieren also das 13. und 14. Gehalt. Bei 3.000 Euro brutto sind das rund 3.000 Euro weniger im Jahr - zusätzlich zum entfallenen Laufgehalt. Günstigere Regelungen im Kollektivvertrag oder im Dienstvertrag bleiben davon unberührt.

Urlaub

Der Urlaubsanspruch des betroffenen Dienstjahres wird um die Dauer der Karenz gekürzt (§ 15f Abs. 2 MSchG sinngemäß). Bruchteile von Werktagen werden dabei aufgerundet. Bei fünf Wochen Urlaub und einer halbjährigen Karenz bleiben zweieinhalb Wochen.

Dienstzeitabhängige Ansprüche

Die Zeit der Bildungskarenz bleibt bei allen Ansprüchen außer Betracht, die sich nach der Dauer der Dienstzeit richten - Kündigungsfristen, Vorrückungen, der Sprung auf die sechste Urlaubswoche. Der Gesetzestext stellt das ausdrücklich unter den Vorbehalt einer anderen Vereinbarung: Wer beim Aushandeln der Karenz daran denkt, kann die Anrechnung schriftlich vereinbaren.

Abfertigung

Bei der Abfertigung alt und bei der Urlaubsersatzleistung wird das Entgelt des letzten Monats vor Antritt der Karenz zugrunde gelegt (§ 11 Abs. 4 AVRAG). Eine Beendigung während der Karenz kostet also nicht die Bemessungsgrundlage.

Bei der Abfertigung neu sieht es anders aus. Der Arbeitgeber zahlt während der Bildungskarenz keine Beiträge an die Vorsorgekasse; stattdessen werden Beiträge auf Basis des Kinderbetreuungsgeldes geleistet. Aus 1,53 Prozent des Gehalts werden damit 1,53 Prozent eines Betrags, der weit darunter liegt - das Abfertigungskonto wächst ein Jahr lang praktisch nicht. In der Bildungsteilzeit ist es besser gelöst: Dort bemessen sich die Beiträge nach der früheren Arbeitszeit, also nach dem vollen Gehalt.

Kündigungsschutz

Einen besonderen Kündigungsschutz gibt es nicht. Wird die Kündigung aber wegen der beabsichtigten oder angetretenen Bildungskarenz ausgesprochen, ist sie als verpönte Motivkündigung bei Gericht anfechtbar (§ 15 Abs. 1 AVRAG in Verbindung mit § 105 Abs. 5 ArbVG). Die Frist beträgt zwei Wochen ab Zugang der Kündigung, wenn kein Betriebsrat tätig wird.

Während der Karenz sind Sie kranken-, unfall- und pensionsversichert, die Zeiten zählen für die Pension.

Wenn das Dienstverhältnis endet oder Sie krank werden

Wer die Beihilfe verliert und wer sie behält, hängt davon ab, von wem die Beendigung ausgeht. Der Unterschied ist erheblich:

Was passiertFolge für die Beihilfe
Kündigung durch den Arbeitgeber, Insolvenzläuft bis zum vereinbarten Ende in voller Höhe weiter
einvernehmliche Auflösungnoch zwei weitere Monate
Kündigung durch die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmerendet mit dem Tag der Beendigung
Änderung der Vereinbarung, Mutterschutz, PräsenzdienstWeiterbildungszeit endet, Beihilfe wird eingestellt
Antrag auf Arbeitslosengeld wird bewilligtsofortige Beendigung

Die eigene Kündigung ist damit die teuerste Variante - und sie kostet doppelt, weil nach einer Eigenkündigung auch das Arbeitslosengeld vier Wochen ruht.

Im Krankenstand wird die Beihilfe ab dem vierten Tag eingestellt und nach der Gesundmeldung wieder angewiesen; für die Krankenstandstage tritt die Krankenversicherung ein. Dauert eine Unterbrechung länger als 62 Tage, wird der Förderungsfall beendet.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Geld bekomme ich in der Bildungskarenz?

Zwischen 41,49 und 69,77 Euro pro Kalendertag, abhängig vom durchschnittlichen Bruttoentgelt der letzten zwölf Monate. In einem Monat mit 30 Tagen sind das 1.244,70 bis 2.093,10 Euro.

Habe ich einen Rechtsanspruch auf die Weiterbildungsbeihilfe?

Nein. Das AMS entscheidet im Einzelfall, ob die Ausbildung arbeitsmarktpolitisch sinnvoll ist. Das Jahresbudget ist mit 150 Millionen Euro gedeckelt.

Heißt es jetzt Bildungskarenz oder Weiterbildungszeit?

Beides. Arbeitsrechtlich heißt die Freistellung weiterhin Bildungskarenz (§ 11 AVRAG), das AMS nennt seine Förderung Weiterbildungszeit und zahlt dafür die Weiterbildungsbeihilfe nach § 37e AMSG.

Ist die Weiterbildungsbeihilfe steuerfrei?

Ja, nach § 3 Abs. 1 Z 5 lit. d EStG. Auch der 15-Prozent-Zuschuss des Arbeitgebers ist steuerfrei. Eine Hochrechnung wie beim Arbeitslosengeld findet nicht statt.

Wie viel darf ich während der Bildungskarenz dazuverdienen?

Bis 551,10 Euro monatlich, aber nur aus einem geringfügigen Dienstverhältnis, das bereits seit mindestens 26 Wochen vor Ausbildungsbeginn bei einem anderen Arbeitgeber besteht.

Muss mein Arbeitgeber etwas zahlen?

Nur bei einem Bruttoentgelt ab 3.465 Euro. Dann trägt er 15 Prozent der Beihilfe, der AMS-Anteil sinkt entsprechend. Der ausbezahlte Gesamtbetrag bleibt gleich.

Kann ich direkt nach der Elternkarenz in Bildungskarenz gehen?

Nein. Zwischen dem letzten Tag mit Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld und dem Ausbildungsbeginn müssen 26 Wochen tatsächlicher Beschäftigung liegen.

Wann kann ich die nächste Bildungskarenz nehmen?

Vier Jahre nach dem Antritt der letzten - die Rahmenfrist beginnt mit dem ersten Tag, nicht mit dem letzten.

Quellen

ams.at - Weiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit

ams.at - Pauschalsatztabelle zur Weiterbildungsbeihilfe, Stand 01/2026 (PDF)

ams.at - Bundesrichtlinie Weiterbildungsbeihilfe und Weiterbildungsteilzeitbeihilfe (PDF)

ris.bka.gv.at - § 37e AMSG, Weiterbildungsbeihilfe

ris.bka.gv.at - § 11 AVRAG, Bildungskarenz

ris.bka.gv.at - § 11a AVRAG, Bildungsteilzeit

ris.bka.gv.at - § 3 EStG, steuerfreie Bezüge

arbeiterkammer.at - Weiterbildungsbeihilfe und Weiterbildungsteilzeitbeihilfe

wko.at - BV-Beitragspflicht bei entgeltfreien Zeiten

oegb.at - Bildungskarenz neu: Was ab 2026 gilt

Beihilfe pro Monat –