Goldpreis aktuell - je Unze, Gramm und Kilogramm
Der Goldpreis, den Sie in den Nachrichten hören, ist nie der Preis, den Sie zahlen. Er wird zweimal täglich in London festgestellt, um 10:30 und um 15:00 Ortszeit, und zwar in US-Dollar je Feinunze. Zwischen dieser Notierung und Ihrem Kaufpreis liegen zwei Umrechnungen und eine Handelsspanne: der Wechselkurs, die Feinunze von 31,1034768 Gramm und das Aufgeld des Händlers. Wer diese drei Schritte kennt, kann jedes Angebot in Euro je Gramm umrechnen und mit jedem anderen vergleichen - unabhängig davon, wie der Kurs gerade steht.
| Referenzpreis | LBMA Gold Price, zweimal täglich um 10:30 und 15:00 Londoner Zeit |
| Feststellung | elektronische Auktion, administriert von der ICE Benchmark Administration, seit 20. März 2015 |
| Notierung | US-Dollar je Feinunze, zusätzlich in Euro und britischen Pfund veröffentlicht |
| Feinunze | 31,1034768 Gramm, Abkürzung oz |
| Zweite Preisgröße für Euro-Anleger | der Wechselkurs Euro zu US-Dollar |
| Aufgeld | Aufschlag des Händlers auf den Marktpreis, bei kleinen Stückelungen höher |
| Umsatzsteuer | Anlagegold ist befreit (§ 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG) |
Wer den Goldpreis feststellt
Es gibt keinen amtlichen Goldkurs. Als weltweite Referenz dient der LBMA Gold Price, der zweimal täglich um 10:30 und 15:00 Londoner Zeit in einer elektronischen Auktion ermittelt wird. Administriert wird sie seit 20. März 2015 von der ICE Benchmark Administration; sie löste damit das telefonische London Gold Fixing ab, das seit 1919 bestanden hatte. Fünfzehn direkte Teilnehmer geben Gebote ab, die Auktion ist handelbar und physisch erfüllbar, und zu jeder Feststellung wird ein Transparenzbericht mit Preis, Volumen und Teilnehmerzahl veröffentlicht.
Notiert wird in US-Dollar je Feinunze. Für Anleger im Euroraum folgt daraus die wichtigste Eigenheit dieser Anlage: Der Preis in Euro hängt von zwei Größen ab, dem Dollarpreis des Goldes und dem Wechselkurs. Beide bewegen sich unabhängig voneinander, und sie können sich verstärken oder aufheben.
Von Dollar je Unze zu Euro je Gramm
Die Umrechnung ist eine Division in zwei Schritten:
Euro je Gramm = (Preis in USD je Feinunze ÷ Wechselkurs USD je Euro) ÷ 31,1034768
Mit den Zahlen der jüngsten Feststellung sieht der Weg so aus:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Notierung in London | - | 4.399,10 US-Dollar je Feinunze |
| Dollarpreis in Euro umrechnen | 4.399,10 ÷ 1,1624 | 3.784,55 € je Feinunze |
| Feinunze in Gramm umrechnen | 3.784,55 ÷ 31,1034768 | 121,68 € je Gramm |
| Kilopreis | 121,68 × 1.000 | 121.676 € je Kilogramm |
LBMA-Fixing vom 8.9.2026. Der Wechselkurs von 1,1624 US-Dollar je Euro steckt im Verhältnis der beiden Notierungen derselben Feststellung.
Der Wert je Gramm ist der Maßstab für jedes Angebot. Ein 100-Gramm-Barren muss den hundertfachen Grammpreis wert sein; was darüber verlangt wird, ist Aufgeld. Für die gängigen Mengen:
| Menge | Materialwert in Euro |
|---|---|
| 1 Feinunze (31,1035 g) | 3.784,55 € |
| 1 Gramm | 121,68 € |
| 10 Gramm | 1.216,80 € |
| 100 Gramm | 12.168 € |
| 1 Kilogramm | 121.676 € |
Reiner Materialwert von Gold zum LBMA-Fixing vom 8.9.2026. Händler verlangen darüber hinaus ein Aufgeld.
Was Altgold nach Feingehalt wert ist
Bei Schmuck zählt nicht das Gesamtgewicht, sondern der Feingehalt. Ein Ehering aus 585er Gold besteht zu 58,5 Prozent aus Feingold, der Rest sind Kupfer, Silber oder Palladium. Der Materialwert ist also Gewicht mal Feingehalt mal Grammpreis:
| Bezeichnung | Feingehalt | Wert je Gramm | Wert von 10 Gramm |
|---|---|---|---|
| 999,9er Feingold (24 Karat) | 99,99 % | 121,67 € | 1.216,68 € |
| 750er Gold (18 Karat) | 75,00 % | 91,26 € | 912,60 € |
| 585er Gold (14 Karat) | 58,50 % | 71,18 € | 711,83 € |
| 375er Gold (9 Karat) | 37,50 % | 45,63 € | 456,30 € |
| 333er Gold (8 Karat) | 33,30 % | 40,52 € | 405,19 € |
Materialwert zum Goldpreis vom 8.9.2026. Ankaufsangebote liegen darunter, weil Scheidung und Marge abgezogen werden.
Wer für einen 585er-Ring mit zehn Gramm ein Angebot bekommt, kann es damit in einer Minute prüfen. Seriöse Ankäufer zahlen einen Abschlag auf den Materialwert, weil das Metall eingeschmolzen und getrennt werden muss - üblich sind zehn bis dreißig Prozent unter dem Feingoldwert. Wer deutlich weniger bietet, verdient an der Unkenntnis. Diese Rechnung ist das wirksamste Mittel gegen Ankaufsangebote am Straßenrand.
Der Verlauf seit 1999
Gold hat sich seit der Euro-Einführung um ein Vielfaches verteuert, aber nicht gleichmäßig. Auf den Anstieg bis 2011 folgten vier Jahre fallender Preise, dann eine lange Seitwärtsbewegung, und erst ab 2019 ging es wieder deutlich nach oben. Wer 2011 zum Höchststand kaufte, sah sein Gold in Euro gerechnet erst 2019 wieder im Plus - beim Gold ist der Einstiegszeitpunkt keine Nebensache.
| Zeitpunkt | Preis je Unze | Veränderung bis heute |
|---|---|---|
| vor einem Monat (7.8.2026) | 3.751,98 € | +0,9 % |
| vor einem Jahr (8.9.2025) | 3.091,02 € | +22,4 % |
| vor fünf Jahren (8.9.2021) | 1.511,49 € | +150,4 % |
| vor zehn Jahren (8.9.2016) | 1.190,12 € | +218,0 % |
| heute (8.9.2026) | 3.784,55 € | - |
| Höchststand der Reihe | 4.537,54 € | am 2.3.2026 |
Solche Vergleiche sagen nichts über die Zukunft. Sie zeigen aber, in welcher Bandbreite sich dieser Markt bewegt, und dass Rückschläge von zwanzig Prozent und mehr zu seiner Normalität gehören.
Der Wechselkurs als zweiter Preistreiber
Weil in Dollar notiert und in Euro bezahlt wird, ist jede Goldanlage im Euroraum zugleich eine Währungswette. Wertet der Euro gegenüber dem Dollar ab, steigt der Europreis auch dann, wenn die Dollarnotierung sich nicht bewegt - und umgekehrt. Ein Kursrückgang des Euro um fünf Prozent verteuert Gold für österreichische Käufer um fünf Prozent, ohne dass am Goldmarkt selbst irgendetwas passiert wäre.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Wer den Goldpreis in Dollar verfolgt und daraus auf das eigene Depot schließt, rechnet mit der falschen Währung. Zweitens: Ein Teil jeder Goldrendite ist eine Währungsrendite - in beide Richtungen. Der Wechselkurs steckt übrigens in der Feststellung selbst; weil dieselbe Auktion in Dollar und in Euro veröffentlicht wird, ist das Verhältnis der beiden Zahlen der Kurs des Feststellungszeitpunkts.
Aufgeld und Handelsspanne: die Kosten, die nicht im Kurs stehen
Zwischen dem Marktpreis und dem, was ein Käufer zahlt, liegen Prägung, Vertrieb, Lagerung und die Marge des Händlers. Dieser Aufschlag heißt Aufgeld oder Agio. Er ist kein fester Prozentsatz, folgt aber drei Regeln:
- Je kleiner die Einheit, desto höher das Aufgeld. Prägekosten fallen pro Stück an, nicht pro Gramm. Ein Zehntelunzen-Stück ist deshalb je Gramm deutlich teurer als eine ganze Unze.
- Barren haben meist ein geringeres Aufgeld als Münzen, dafür kaufen manche Händler nur Barren mit eigenem Prägezeichen zurück.
- Der Ankaufspreis liegt unter dem Marktpreis. Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis des Händlers und seinem Ankaufspreis ist die Handelsspanne. Sie ist die eigentliche Einstiegshürde: Der Goldpreis muss um diese Spanne steigen, bevor ein Verkauf überhaupt kostendeckend wäre.
Wie groß der Aufschlag in Österreich ausfällt, zeigt ein Stichtag: Am 9. August 2026 verlangte die Münze Österreich für den 1-Unzen-Wiener-Philharmoniker 3.886,79 Euro. Der Materialwert derselben Unze lag am nächsten Handelstag bei 3.745,84 Euro - das Aufgeld betrug also rund 3,8 Prozent. Bei kleineren Stückelungen liegt es deutlich höher, bei großen Barren niedriger. Die Münze hat 999,9er Feingehalt, wiegt 31,10 Gramm, misst 37 Millimeter und trägt einen Nennwert von 100 Euro; der Nennwert spielt für den Preis keine Rolle, ist aber der Grund, warum die Münze als gesetzliches Zahlungsmittel gilt und damit die Voraussetzungen für Anlagegold erfüllt. Welche Stückelung sich rechnet und wie Barren, Münzen und Wertpapiere zueinanderstehen, steht unter Gold kaufen.
Was den Preis langfristig bewegt
Gold zahlt weder Zinsen noch Dividenden. Sein Preis richtet sich deshalb wesentlich danach, was der Verzicht auf Zinsen kostet. Fällt der Realzins, also der Zinssatz abzüglich der Inflation, wird der Verzicht billiger und Gold relativ attraktiver; steigt er, ist eine verzinste Anlage im Vorteil. Wie sich die beiden Größen in Österreich entwickeln, steht unter Sparzinsen und Inflation.
Die zweite große Nachfragegruppe sind Notenbanken. Die Oesterreichische Nationalbank hält 280 Tonnen Gold. Nach der Rückholung von 90 Tonnen liegen 140 Tonnen im Inland, davon 50 Tonnen seit jeher bei der Münze Österreich; der Rest verteilt sich auf das Vereinigte Königreich und die Schweiz, um das Konzentrationsrisiko zu senken und im Anlassfall an den Handelsplätzen London und Zürich handlungsfähig zu bleiben. Zum Vergleich: In den Achtzigerjahren lag der österreichische Bestand bei rund 657 Tonnen.
Die Steuerfrage in einem Absatz
Anlagegold ist von der Umsatzsteuer befreit (§ 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG). Welche Goldmünzen die Kriterien erfüllen, gibt das Finanzministerium jedes Jahr per Verordnung bekannt; die Liste ist nicht abschließend, eine nicht genannte Münze ist bei nachgewiesenen Voraussetzungen ebenfalls befreit. Das unterscheidet Gold von Silber und Kupfer, bei denen beim Kauf 20 Prozent anfallen. Beim Verkauf gilt für physisches Gold die Einjahresfrist des § 31 EStG: Innerhalb eines Jahres ist der Gewinn steuerpflichtig, danach steuerfrei. Für Gold-ETC und Zertifikate gelten eigene Regeln. Die vollständige Darstellung samt Voraussetzungen für den Begriff Anlagegold steht unter Gold kaufen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Kilogramm Gold?
Ein Kilogramm entspricht 32,1507 Feinunzen. Der Materialwert ist der Grammpreis mal 1.000; Barren dieser Größe kosten im Handel wenige Prozent mehr, weil das Aufgeld dazukommt.
Wo wird der Goldpreis festgestellt?
In London, zweimal täglich um 10:30 und 15:00 Ortszeit, als LBMA Gold Price in einer elektronischen Auktion. Administriert wird sie seit 20. März 2015 von der ICE Benchmark Administration.
Wie viel Gramm hat eine Feinunze?
31,1034768 Gramm. Ein Kilogramm entspricht damit rund 32,15 Feinunzen.
Wie rechne ich den Goldpreis in Euro je Gramm um?
Preis in US-Dollar je Feinunze durch den Wechselkurs US-Dollar je Euro teilen und das Ergebnis durch 31,1034768.
Warum steigt der Goldpreis in Euro, obwohl er in Dollar gleich bleibt?
Weil der Wechselkurs mitspielt. Wertet der Euro gegenüber dem Dollar ab, steigt der Europreis auch bei unveränderter Dollarnotierung um denselben Betrag.
Was ist das Aufgeld?
Der Aufschlag des Händlers auf den Marktwert des enthaltenen Goldes. Er deckt Prägung, Vertrieb und Marge und ist bei kleinen Stückelungen je Gramm höher als bei großen.
Wie viel ist mein 585er Schmuck wert?
Gewicht in Gramm mal 0,585 mal den Goldpreis je Gramm. Ankaufsangebote liegen darunter, weil Scheidung und Marge abgezogen werden.
Zahle ich beim Goldkauf Umsatzsteuer?
Auf Anlagegold nicht, es ist nach § 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG befreit. Auf Silber und andere Metalle fallen dagegen 20 Prozent an.
Wie viel Gold hat die Nationalbank?
280 Tonnen. Davon liegen 140 Tonnen in Österreich, der Rest im Vereinigten Königreich und in der Schweiz. Der historische Höchststand lag in den Achtzigerjahren bei rund 657 Tonnen.
Woher die Zahlen kommen: Preise, Umrechnungen und Verlauf stammen aus dem LBMA Gold Price, dem Nachmittagsfixing in London, und werden täglich nachgezogen. Der Aufgeld-Vergleich bezieht sich auf die Preisliste der Münze Österreich vom 9. August 2026. Goldreserven: OeNB. Rechtsgrundlagen: § 6 Abs. 1 Z 8 lit. j UStG, § 31 EStG.
Quellen
LBMA - LBMA Gold Price, Auktionsverfahren und Administrator
LBMA - Edelmetallpreise, tagesaktuelle Feststellungen
Münze Österreich - 1 Unze Gold Wiener Philharmoniker, Preis und Daten
OeNB - EZB-Referenzkurse, US-Dollar je Euro
OeNB - Goldreserven Österreichs und ihre Lagerung