Das Wichtigste auf einen Blick
| Baukosten pro m² | 2.000 - 3.500 € je nach Bauweise und Ausstattung (2025/2026) |
| Baunebenkosten | 15 - 20 % der Gesamtbaukosten zusätzlich einplanen |
| Einfamilienhaus 140 m² | ca. 320.000 - 450.000 € ohne Grundstück |
| Rohbaukosten | 600 - 1.200 € pro m² Nutzfläche |
| Regionale Unterschiede | Wien/Westösterreich bis zu 50 % teurer als Ostösterreich |
| Baukostenindex 2025 | 290,7 Punkte (Basis 1990) - historisch hohes Niveau |
Der Bau eines Eigenheimes stellt ohne Zweifel ein großes Projekt dar, das nur mit einer soliden Finanzplanung funktioniert. Im Jahr 2025 sind die Baukosten in Österreich auf einem historisch hohen Niveau angekommen - nach den Preisspitzen der letzten Jahre haben sich die Kosten zwar stabilisiert, liegen aber deutlich über dem Niveau von vor wenigen Jahren. Darum besteht die Notwendigkeit, sich möglichst früh umfangreich über Kosten und Preise zu informieren und dabei auch nicht die Baunebenkosten zu vergessen. Lesen Sie hier, welche Faktoren bei der Kostenschätzung für Ihren Neubau eine Rolle spielen und welche Summen dabei zusammenkommen.
Hausbaukosten-Rechner Österreich 2025/2026
Baunebenkosten: 15 bis 20 % zusätzlich einplanen
Die Baunebenkosten erhöhen den Gesamtpreis eines Hauses durchschnittlich um 15 bis 20 Prozent. Bei einem Bauprojekt von 400.000 Euro können also 60.000 bis 80.000 Euro an zusätzlichen Kosten anfallen. Der genaue Prozentanteil hängt vom einzelnen Bauprojekt ab, denn auf der jeweiligen Rechnung können durchaus unterschiedliche Posten auftauchen.
Die wichtigsten Positionen der Baunebenkosten:
- Baubewilligung und Behördengebühren
- Grundstücksvermessung und Bodengutachten
- Grundstückserschließung (Strom, Wasser, Gas, Kanal)
- Architekt und Projektleitung (ca. 10-15 % der Bausumme)
- Prüfstatiker und Bauphysiker
- Baustraße und Bauzugang
- Baumfällung oder Abriss von Altbestand
- Erdabfuhr und -entsorgung
- Bauversicherungen (Rohbau-, Bauherrenhaftpflicht)
- Finanzierungsnebenkosten (ca. 4-5 % der Kreditsumme)
Unser Tipp: Die Kosten für das Grundstück sind in dieser Aufstellung nicht enthalten. Beim Grundstückskauf fallen zusätzlich etwa 10 % Kaufnebenkosten an: 3,5 % Grunderwerbsteuer, 1,1 % Grundbucheintragung sowie Notar- und eventuell Maklergebühren. Seit April 2024 entfällt die Grundbucheintragungsgebühr im Rahmen des Konjunkturpakets für den Wohnbau temporär bis 2026.
Aktuelle Baukosten in Österreich 2025/2026
Die Baukosten in Österreich sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Der Baukostenindex liegt aktuell bei 290,7 Punkten (Basis 1990). Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus müssen Sie 2025 mit folgenden Richtwerten rechnen:
| Bauweise | Kosten pro m² | 140 m² Haus | Merkmale |
|---|---|---|---|
| Fertighaus | 1.900 - 2.700 € | 266.000 - 378.000 € | Schnelle Bauzeit, Fixpreisgarantie |
| Holzhaus | 2.000 - 2.800 € | 280.000 - 392.000 € | Nachhaltig, gutes Raumklima |
| Massivhaus | 2.200 - 3.000 € | 308.000 - 420.000 € | Wertbeständig, gute Wärmespeicherung |
| Passivhaus | 2.800 - 3.500 € | 392.000 - 490.000 € | Höchste Energieeffizienz, niedrige Betriebskosten |
Quelle: INFINA Baukostenentwicklung, Stand 2025. Preise ohne Grundstück, inkl. Baunebenkosten.
Regionale Preisunterschiede in Österreich
In Österreich gibt es erhebliche regionale Unterschiede bei den Baukosten. Im Westen (Salzburg, Tirol, Vorarlberg) ist das Bauen deutlich teurer als im Osten (Burgenland, Niederösterreich), teilweise um bis zu 50 Prozent:
| Bundesland | Baukosten pro m² | Grundstück pro m² |
|---|---|---|
| Wien | 2.600 - 3.500 € | ab 800 € |
| Tirol, Vorarlberg | 2.500 - 3.200 € | ab 450 € |
| Salzburg | 2.400 - 2.900 € | ab 350 € |
| OÖ, Steiermark, Kärnten | 2.200 - 2.700 € | ab 120 € |
| NÖ, Burgenland | 2.000 - 2.500 € | ab 80 € |
Der Rohbau: Was gehört dazu?
Bei den meisten Neubauprojekten fällt die größte Summe für den Rohbau an, von den ersten Erdarbeiten bis zur Errichtung des Dachstuhls. Die Rohbaukosten liegen 2025 bei etwa 600 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche - je nach Bauweise und Komplexität. Diese Positionen gehören zum Rohbau:
- Baustelleneinrichtung und Sicherung: ca. 2 % der Rohbau-Gesamtkosten, etwa 30-40 Euro pro m² Bruttogeschossfläche.
- Erdarbeiten: ca. 3 % der Rohbaukosten. Die Summe orientiert sich an Bodenbeschaffenheit und Menge des abzutragenden Materials - rechnen Sie mit etwa 40-60 Euro pro m².
- Tiefbau und Entwässerung: ca. 1-2 % für Kanalanschluss und Drainagen.
- Maurerarbeiten: Bei Massivbauweise entstehen ungefähr 20 % der Gesamtrohbaukosten.
- Betondecken einziehen: ca. 15 % der Gesamtkosten, etwa 150-200 Euro pro m² Bruttogeschossfläche.
- Zimmermannsarbeiten: bis zu 10 % der Rohbaukosten, der Handwerkerlohn beläuft sich auf ca. 100 Euro pro m².
- Dachlattung: Bei einem Satteldach kommen bis zu 20 % der Gesamtrohbaukosten zusammen. Flachdächer und Pultdächer sind günstiger.
- Treppenhaus: Bis zu 1.000 Euro pro m² Treppenfläche, günstige Varianten ab 500 Euro.
- Bauabdichtung: ca. 1-3 % der Gesamtkosten, ein äußerst wichtiger Posten.
- Dacheindeckung: ca. 4-8 % der gesamten Baukosten, abhängig von der gewählten Eindeckung.
Keller: 10-15 % Mehrkosten für mehr Nutzfläche
Mit oder ohne Keller bauen - das ist nicht nur Ansichtssache, sondern eine wichtige Kostenfrage. Ein Vollkeller wirft etwa 10 bis 15 Prozent Mehrkosten auf (ca. 400 Euro/m²), stellt aber eine ganze Etage mehr Nutzfläche zur Verfügung. Eine Bodenplatte kostet im Vergleich nur etwa 150 Euro pro m².
Kellerkosten im Überblick:
- Bodenplatte ohne Keller: ca. 150 €/m²
- Teilunterkellerung: ca. 250-300 €/m² (für den unterkellerten Bereich)
- Vollkeller: ca. 400-500 €/m²
Die Kosten für den Innenausbau
Nach dem Rohbau folgt der Innenausbau. Hier können Sie zwischen verschiedenen Ausstattungsstandards wählen:
| Ausstattung | Kosten pro m² Nutzfläche | Beschreibung |
|---|---|---|
| Einfach | 500 - 700 € | Standardmaterialien, einfache Ausstattung |
| Standard | 700 - 900 € | Gute Qualität, bewährte Marken |
| Gehoben | 900 - 1.200 € | Hochwertige Materialien, individuelle Gestaltung |
| Luxus | 1.200 € + | Premiumausstattung, Smart Home, Designermöbel |
Die wichtigsten Positionen im Innenausbau:
- Elektrische Anlagen: 60-150 Euro pro m² Bruttogeschossfläche, je nach Umfang der Installation und Smart-Home-Ausstattung.
- Sanitärinstallation: 40-80 Euro pro m² für Wasser- und Abwasserleitungen.
- Heizungsanlage: 80-150 Euro pro m², abhängig vom System (Wärmepumpe, Gas, Pellets).
- Estrich: ca. 25-35 Euro pro m² Bruttogeschossfläche.
- Malerarbeiten: 80-150 Euro pro m² für Dämmung, Verputz, Farbe und Tapeten.
- Fliesen und Böden: 40-80 Euro pro m² für Standardbeläge, Echtholz oder Naturstein deutlich teurer.
- Tischlerarbeiten: ca. 100-180 Euro pro m² für Fenster, Türen und Einbauten.
- Rollläden: ca. 20-40 Euro pro m², elektrisch betriebene Varianten entsprechend teurer.
Konkrete Preise für ein Einfamilienhaus - Beispiel 2025
Am Beispiel eines durchschnittlichen Einfamilienhauses sehen wir, wie sich die Kosten 2025 konkret verteilen. Unser Beispielhaus hat 140 m² Wohnfläche, wird als Massivhaus errichtet und ist vollunterkellert. Das Gebäude entspricht mittlerem Standard:
Kostenüberblick Einfamilienhaus 140 m² (Steiermark, 2025)
| Grundstück (500 m² à 130 €) | 65.000 € |
| Grundstücks-Nebenkosten (ca. 7 %)* | 4.550 € |
| Baukosten Haus (140 m² à 2.500 €) | 350.000 € |
| Vollkeller (140 m² à 400 €) | 56.000 € |
| Baunebenkosten (17 %) | 69.000 € |
| Außenanlagen (Garten, Einfahrt) | 25.000 € |
| Puffer für Unvorhergesehenes (10 %) | 50.000 € |
| GESAMTKOSTEN | ca. 620.000 € |
* Grundbucheintragungsgebühr entfällt bis 2026 durch Konjunkturpaket Wohnbau
Geld sparen beim Hausbau: Tipps für 2025/2026
- Förderungen nutzen: Das Konjunkturpaket für den Wohnbau 2024-2026 bringt wesentliche Erleichterungen - nutzen Sie den temporären Wegfall von Gebühren!
- Maßgeschneidert bauen: Ein kompakter Grundriss ohne verschnörkelte Architektur spart erheblich Kosten.
- Kelleralternative prüfen: Ein Abstellraum und Dachboden können den Keller ersetzen und 50.000 € sparen.
- Eigenleistung einbringen: Malern, Böden verlegen oder Gartenarbeiten selbst erledigen - aber realistisch planen!
- Fixpreisangebote einholen: Gerade bei Fertighäusern bieten viele Anbieter Preisgarantien.
- Regional vergleichen: In Ostösterreich bauen kann bis zu 50 % günstiger sein als im Westen.
- Finanzierung optimieren: Eigenkapital von mindestens 20-30 % empfohlen. Nutzen Sie unseren Wohnkredit-Rechner zur Planung.
Weiterführende Informationen
- BMF: Wohnraumpaket und Gebührenbefreiungen
- Statistik Austria: Aktueller Baukostenindex
- oesterreich.gv.at: Informationen zum Hausbau
- WKO: Bauwirtschaft in Österreich
- Hausbaukosten.at: Baukosten-Rechner und aktuelle Richtwerte
Letzte Aktualisierung: Jänner 2026. Alle Preisangaben sind Richtwerte und können je nach Region, Bauunternehmen und individuellen Anforderungen abweichen.