| Inflation Österreich - Das Wichtigste auf einen Blick | |
|---|---|
| Aktuelle Inflation | Dezember 2025: 3,8 % |
| Jahresinflation 2025 | Rund 3,6 % (geschätzt) |
| Jahresinflation 2024 | 2,9 % |
| Prognose 2026 | 2,4 % (OeNB) |
| EZB-Zielwert | 2,0 % |
| Eurozone Dezember 2025 | 2,0 % |
Inflation bezeichnet den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Sie führt dazu, dass die Kaufkraft des Geldes sinkt, was bedeutet, dass man für den gleichen Betrag weniger kaufen kann als zuvor. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es daher wichtig, die Ursachen und Auswirkungen der Inflation zu verstehen, um finanzielle Entscheidungen besser treffen zu können.
Aktuelle Inflation in Österreich
Die Inflationsrate in Österreich lag im Dezember 2025 bei 3,8 % und damit erstmals seit Juli 2025 wieder unter 4 %. Österreich liegt damit deutlich über dem Eurozonenschnitt von 2,0 %. Stärkste Preistreiber waren erneut der Dienstleistungsbereich (+4,4 %), Lebensmittel, Tabak und Alkohol (+4,1 %) sowie Energie (+9,0 %).
| Dezember 2025 | 3,8 % |
Quelle: Statistik Austria (Schnellschätzung)
Rückblick auf die Inflationsdaten der letzten 10 Jahre
In den vergangenen zehn Jahren hat Österreich unterschiedliche Inflationsraten erlebt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die jährlichen Inflationsraten von 2015 bis 2024:
| Jahr | Inflationsrate (%) |
|---|---|
| 2015 | 0,9 |
| 2016 | 0,9 |
| 2017 | 2,1 |
| 2018 | 2,0 |
| 2019 | 1,5 |
| 2020 | 1,4 |
| 2021 | 2,8 |
| 2022 | 8,6 |
| 2023 | 7,8 |
| 2024 | 2,9 |
Quelle: Statistik Austria
Wie die Tabelle zeigt, blieb die Inflationsrate bis 2020 relativ stabil und moderat. Ab 2021 ist jedoch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, der 2022 mit 8,6 % seinen Höhepunkt erreichte - der höchste Wert seit Jahrzehnten. Dieser Anstieg war hauptsächlich auf steigende Energiepreise, Lieferkettenprobleme und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges zurückzuführen. Im Jahr 2024 sank die Inflationsrate wieder auf 2,9 %, lag damit aber noch immer über dem EZB-Zielwert von 2 %.
Inflationsentwicklung im Jahr 2025
Das Jahr 2025 war geprägt von einem erneuten Anstieg der Inflation nach der Entspannung Ende 2024. Ein genauerer Blick auf die monatlichen Inflationsraten zeigt die folgenden Werte:
| Monat | Inflationsrate (%) |
|---|---|
| Januar 2025 | 3,2 |
| Februar 2025 | 3,3 |
| März 2025 | 2,9 |
| April 2025 | 3,1 |
| Mai 2025 | 2,9 |
| Juni 2025 | 3,3 |
| Juli 2025 | 3,6 |
| August 2025 | 4,1 |
| September 2025 | 4,0 |
| Oktober 2025 | 4,0 |
| November 2025 | 4,0 |
| Dezember 2025 | 3,8 |
Quelle: Statistik Austria
Der Anstieg zu Beginn des Jahres 2025 war unter anderem darauf zurückzuführen, dass preisdämpfende Maßnahmen wie die Strompreisbremse ausliefen und gleichzeitig die CO₂-Steuer angehoben wurde. Zudem stiegen die Netzentgelte für Strom und Gas automatisch an. Ab August 2025 erreichte die Inflation mit über 4 % wieder ein erhöhtes Niveau, bevor sie im Dezember erstmals wieder unter 4 % fiel.
Ausblick auf das Jahr 2026
Laut der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) vom Dezember 2025 wird die Inflation in Österreich wie folgt prognostiziert:
- 2025: rund 3,6 % (Jahresdurchschnitt)
- 2026: 2,4 %
- 2027: 2,1 %
Damit nähert sich die Inflationsrate erst 2027 wieder dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von 2 % an. Hauptursachen für die weiterhin erhöhte Inflation sind das Auslaufen der staatlichen Energiepreishilfen sowie eine anhaltend hohe Dienstleistungsinflation.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Prognosen Unsicherheiten unterliegen. Faktoren wie globale Energiepreise, geopolitische Entwicklungen und wirtschaftspolitische Maßnahmen können die tatsächliche Inflationsentwicklung beeinflussen.
Inflation in Österreich im EU-Vergleich
Im Dezember 2025 lag die Inflation in Österreich mit 3,8 % fast doppelt so hoch wie im Eurozonenschnitt (2,0 %). Zum Vergleich: Deutschland verzeichnete 1,8 %, Frankreich nur 0,7 %. Die höhere Inflation in Österreich ist unter anderem auf die stärkere Dienstleistungspreisinflation und die spezifische Struktur des österreichischen Warenkorbs zurückzuführen.
Wie beeinflusst die Inflation den Alltag?
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet eine höhere Inflation, dass die Lebenshaltungskosten steigen. Preiserhöhungen bei Lebensmitteln, Energie und anderen Gütern des täglichen Bedarfs können das Haushaltsbudget belasten. Es ist daher ratsam, die persönlichen Finanzen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Tipps zum Umgang mit Inflation
- Budgetierung: Erstellen Sie ein detailliertes Haushaltsbudget, um einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben zu behalten.
- Einsparungen: Identifizieren Sie Bereiche, in denen Sie Ausgaben reduzieren können, beispielsweise durch den Wechsel zu günstigeren Anbietern oder den Verzicht auf nicht notwendige Ausgaben.
- Investitionen: Überlegen Sie, wie Sie Ihr Erspartes inflationsgeschützt anlegen können. Sachwerte wie Immobilien oder bestimmte Aktien können einen gewissen Schutz vor Inflation bieten.
- Schuldenmanagement: Bei bestehenden Krediten mit variablem Zinssatz sollten Sie die Zinsentwicklung im Auge behalten und gegebenenfalls über eine Umschuldung nachdenken.
- Preisentwicklungen beobachten: Informieren Sie sich regelmäßig über die Preisentwicklung bei wichtigen Gütern und Dienstleistungen, um frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet die Inflationsrate genau?
Die Inflationsrate gibt an, um wie viel Prozent die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Bei einer Inflationsrate von 3,8 % kosten Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt 3,8 % mehr als vor einem Jahr.
Warum ist die Inflation in Österreich höher als in anderen EU-Ländern?
Die höhere Inflation in Österreich ist hauptsächlich auf die starke Dienstleistungsinflation, das Auslaufen der Energiepreisbremsen und die Erhöhung der CO₂-Steuer zurückzuführen. Auch die Zusammensetzung des österreichischen Warenkorbs spielt eine Rolle.
Wie wird der Verbraucherpreisindex berechnet?
Die Statistik Austria erstellt einen repräsentativen Warenkorb mit rund 800 Waren und Dienstleistungen, die österreichische Haushalte typischerweise konsumieren. Die Preisentwicklung dieser Produkte wird monatlich erhoben und zum VPI zusammengefasst.
Quellen
Statistik Austria - Verbraucherpreisindex (VPI/HVPI)
Oesterreichische Nationalbank - Inflationsprognose Dezember 2025