Grundsteuer in Österreich 2021 – Berechnung & Höhe

Besitzen Sie in Österreich ein Grundstück oder ein Einfamilienhaus, dann müssen Sie dafür Grundsteuer bezahlen. Liegt ihr Immobilienbesitz im Ausland, dann wird dafür in Österreich keine Grundsteuer fällig, denn die Steuer bezieht sich nur auf inländische Grundstücke.

Was genau ist die Grundsteuer?

Die Grundsteuer ist eine Sachsteuer, die für inländischen Grundbesitz bezahlt werden muss. Sie basiert auf einer bundesgesetzlichen Regelung und ist im Grundsteuergesetzt verankert. Die Einnahmen aus der Grundsteuer erhalten die Gemeinden, die die Steuer auch einheben. In Österreich wird zwischen

  • Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe)
  • Grundsteuer B (Grundvermögen)

unterschieden.

Zum Grundvermögen (Grundsteuer A) gehören in Österreich:

  • Einfamilienhäuser
  • Mietwohngrundstücke
  • Gemischt genutztes Grundstück
  • Geschäftsgrundstück
  • Sonstiges bebaute Grundstück
  • Unbebautes Grundstück

Als land- und forstwirtschaftliches Vermögen (Grundsteuer B) gilt:

  • Landwirtschaftliche Betriebe
  • Fortwirtschaftliche Betriebe
  • Weinbaubetrieb
  • Gärtnerischer Betrieb
  • Übriges land- und fortswirtschaftliches Vermögen (Betrieb)

Wie wird die Grundsteuer berechnet?

Die Berechnung der Grundsteuer ist in Österreich ein komplexes Verfahren an dem die Finanzämter und die Gemeinden beteiligt sind. Die Berechnung erfolgt in drei Schritten:

  • Ermittlung des Einheitswertes
  • Ermittlung des Grundsteuermessbetrags
  • Grundsteuerfestsetzung (Hebesatz)

Ermittlung des Einheitswertes

Die Ermittlung des Einheitswertes steht am Beginn der Berechnung der Grundsteuer. Der Einheitswert ist die Grundlage für den Grundsteuermessbetrag. Für die Berechnung des Einheitswertes ist das jeweilige Lagefinanzamt zuständig. Für das Bundesland Wien und ehemaligen politischen Bezirk Wien-Umgebung (WU) in Niederösterreich ist das Finanzamt für Gebühren, Verkehrssteuern und Glücksspiel mit Sitz in Wien zuständig. Die Berechnung des Einheitswertes erfolgt nach dem Bewertungsgesetz. Die Höhe des Einheitswertes ihres Grund- oder land- und forstwirtschaftlichen Vermögens wird Ihnen mittels Bescheid, dem sog. Einheitswertbescheid zugestellt.

Hinweis: Der Einheitswert ist nicht mit dem Verkehrswert zu verwechseln, denn letzterer liegt in der Regel deutlich über dem
Einheitswert.

Ermittlung des Grundsteuermessbetrags

Der Grundsteuermessbetrag wird auf Basis der §§ 18 und 19 Grundsteuergesetz berechnet. Dabei handelt es sich um gestaffelte Tausendsätzen, den sog. Steuermesszahlen. Wie der Einheitswert wird auch der Grundsteuermessbetrag (GMB) vom jeweiligen Lagefinanzamt berechnet. Welche Steuermesszahlen anzuwenden sind, hängt von Grundstückart bzw. der Art des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens ab. In der nachstehenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der Steuermesszahlen für die Ermittlung des Grundsteuermessbetrags.

Tabelle: Steuermesszahlen für Grundvermögen

Grundvermögen Teil des Einheitswertes Steuermesszahl in Promille
Einfamilienhaus die ersten 3.650 Euro 0,5
die nächsten 7.300 Eruro 1,0
danach bzw. darüber 2,0
Mietwohngrunstück die ersten 3.650 Euro 1,0
die nächsten 3.650 Euro 1,5
danach bzw. darüber 2,0
Gemischt genutztes Grundstück, Geschäftsgrundstück,

Sonstiges bebautes Grundstück, Unbebautes Grundstück

die ersten 3.650 Euro 1,0
danach bzw. darüber 2,0

Das nachstehende Rechenbeispiel soll die Ermittlung des Grundsteuermessbetrags verdeutlichen:

Tabelle: Beispielrechnung Einfamilienhaus

Grundvermögen Einheitswert Teil des Einheitswertes Steuermesszahl in Promille Steuermessbetrag
Einfamilienhaus 20.000 Euro 3.650 Euro 0,5 1,825 Euro
7.300 Euro 1,5 7,300 Euro
9.050 Euro 2,0 18,100 Euro
Grundsteuermessbetrag (GMB) 27,22

Bei land- und forschwirtschaftlichen Vermögen wird der Grundsteuermessbetrag wie folgt berechnet:

Tabelle Steuermesszahlen für land- und forstwirtschaftliches Vermögen

Grundvermögen Teil des Einheitswertes Steuermesszahl in Promille
Landwirtschaftlicher Betrieb die ersten 3.650 Euro 1,6
danach bzw. darüber 2,0

Wie beim Grundvermögen soll auch hier ein Rechenbeispiel die Ermittlung des Grundsteuermessbetrags verdeutlichen:

Tabelle: Beispielrechnung landwirtschaftlicher Betrieb

Grundvermögen Einheitswert Teil des Einheitswertes Steuermesszahl in Promille Steuermessbetrag
Landwirtschaftlicher Betrieb 20.000 Euro 3.650 Euro 1,6 5,84 Euro
Grundsteuermessbetrag (GMB) 38,54

Ist der Grundsteuermessbetrag festgestellt, dann wird er Ihnen in einem eigenen Bescheid, dem Grundsteuermess(betrags)bescheid zugestellt.

Grundsteuerfestsetzung (Hebesatz)

Ist der Grundsteuermessbetrag festgestellt werden, setzt die Gemeinde die Grundsteuer fest. Dabei kann sie den sog. Hebesatz nach dem Finanzausgleichsgesetz anwenden. Wird der Hebesatz angewendet, dann muss er einheitlich angewendet werden. Der Hebesatz kann bis zu 500 Prozent betragen. Die jährliche Grundsteuer wird somit folgendermaßen berechnet:

Grundsteuermessbetrag x Hebesatz

Die Feststellung der jährlichen Grundstellung erfolgt mittels Bescheides der Gemeinde.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung:

Wurde der Grundsteuermessbetrag mit 50 Euro festgestellt und die Gemeinde wendet einen Hebesatz von 500 Prozent an, dann beträgt die jährliche Grundsteuer 250 Euro. In diesem Fall wird Grundsteuermessbetrag von 50 Euro mit 5 (Hebesatz von 500 Prozent) multipliziert.

Wie wird die Grundsteuer bezahlt?

Wann und wie Sie die Grundsteuer bezahlen müssen, hängt von der Höhe der Steuer ab. Steuerbeträgt bis 75 Euro müssen Sie jährlich am 15. Mai bezahlen. Wurde die Grundsteuer höher festgesetzt, dann wird Sie in vier Teilbeträgen bezahlt. Diese sind zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November zu zahlen.

Entrichtet wird die Grundsteuer von der Eigentümerin bzw. dem Eigentümer des Grundbesitzes. Allerdings kann sie/er einen Teil der Steuer im Rahmen der Betriebskosten an Mieterinnen bzw. Mieter weitergegeben werden.

Gibt es eine Befreiung von der Grundsteuer?

Unter besonderen Umständen können Sie von der Grundsteuer befreit werden. Die Entscheidung darüber fällt das jeweilige Lagefinanzamt. Beispiele für eine dauernde Befreiung von der Grundsteuer sind:

  • öffentliche Verkehrswege
  • fließende Gewässer

Eine zeitlich begrenzte Grundsteuerbefreiung gibt es in einigen Bundesländern. Diese wird v.a. bei neu geschaffenen, meist geförderten, Wohnobjekten angewendet. Ob eine zeitlich begrenzte Grundsteuerbefreiung möglich ist, erfahren Sie von der Gemeinde.

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