Spritpreise in Österreich: aktuell und in Ihrer Nähe
Die Suche zeigt die günstigsten gemeldeten Tankstellen im gewählten Bezirk. Es werden keine Standortdaten erhoben.
Diesel kostet in Österreich derzeit mehr als Benzin. Das klingt nach einer Randnotiz, ist aber eine Umkehrung, die es in zwanzig Jahren nur in Ausnahmezeiten gab: Seit dem 23. Juni 2025 liegt Diesel durchgehend über Super 95, zuletzt um rund 21 Cent je Liter.
Am 6. April 2026 stand der Landesdurchschnitt für Diesel bei 2,228 Euro - dem höchsten Wert seit Beginn der EU-Preisstatistik im Jahr 2005. Super 95 hält seinen Rekord dagegen weiter aus dem Juni 2022, als der Krieg gegen die Ukraine die Märkte traf.
Was davon Steuer ist, schwankt stärker, als die meisten vermuten: zwischen 36 und 69 Prozent des Literpreises, je nachdem, wie teuer das Produkt selbst gerade ist.
Was Sprit gerade kostet
Die Preise stammen aus der Preistransparenzdatenbank der E-Control. Jede Tankstelle in Österreich muss eine Preisänderung binnen einer halben Stunde dort melden - die Daten sind damit taggenau, nicht geschätzt.
Eine Einschränkung gehört dazu: Ausgewiesen werden je Region nur die günstigsten Stationen. Die Werte oben zeigen also, was am unteren Ende des Marktes verlangt wird, nicht den Schnitt aller Zapfsäulen. Für den Vergleich über die Jahre nutzt dieser Beitrag deshalb die Landesdurchschnitte der Europäischen Kommission.
Wo es günstiger ist
Zwischen den Bundesländern liegen regelmäßig 30 bis 50 Cent je Liter. Das hat weniger mit regionalen Steuern zu tun - die gibt es nicht - als mit der Dichte an Tankstellen und der Nähe zu Grenzen und Raffinerien. Wien und die westlichen Länder liegen fast immer oben, das Burgenland und die Steiermark häufig unten.
| Bundesland | Diesel ab | Super 95 ab |
|---|---|---|
| Burgenland | 2,039 € | 1,777 € |
| Kärnten | 1,529 € | 1,549 € |
| Niederösterreich | 1,999 € | 1,659 € |
| Oberösterreich | 1,799 € | 1,599 € |
| Salzburg | 2,027 € | 1,823 € |
| Steiermark | 1,999 € | 1,758 € |
| Tirol | 2,014 € | 1,809 € |
| Vorarlberg | 2,083 € | 1,818 € |
| Wien | 2,077 € | 1,797 € |
Günstigste gemeldete Preise je Bundesland aus der Preistransparenzdatenbank der E-Control.
Was im Literpreis steckt
Der Preis an der Zapfsäule besteht aus vier Teilen, und nur einer davon bewegt sich täglich. Mineralölsteuer und CO2-Bepreisung sind feste Cent-Beträge je Liter, die Umsatzsteuer beträgt konstant 20 Prozent - auf alles, auch auf die beiden anderen Steuern. Was übrig bleibt, ist der Produktpreis samt Transport, Lager und Marge, und der folgt dem Rohölmarkt.
| Bestandteil | Diesel | Super 95 |
|---|---|---|
| Produktpreis, Vertrieb, Marge | 1,189 € | 0,901 € |
| Mineralölsteuer | 0,397 € | 0,482 € |
| CO2-Bepreisung | 0,138 € | 0,125 € |
| Umsatzsteuer 20 % | 0,345 € | 0,301 € |
| Preis je Liter | 2,069 € | 1,809 € |
| davon Steuern und Abgaben | 0,88 € (42,5 %) | 0,91 € (50,2 %) |
Steuer auf Steuer: Die Umsatzsteuer wird auf den Betrag inklusive Mineralöl- und CO2-Steuer berechnet. Von den 39,7 Cent Mineralölsteuer je Liter Diesel gehen dadurch weitere 7,9 Cent als Umsatzsteuer an den Staat. Wie die Sätze im Einzelnen zustande kommen, steht unter Mineralölsteuer in Österreich.
Zwanzig Jahre Preisentwicklung
Die Europäische Kommission erhebt seit 2005 wöchentlich die Landesdurchschnitte aller Mitgliedstaaten, jeweils mit und ohne Steuern. Für Österreich liegen damit gut 1.080 Wochen vor - lang genug, um Muster von Ausreißern zu unterscheiden.
Die vier Einschnitte
- 2008: Der Ölpreis erreicht im Sommer 147 Dollar je Fass, Diesel überholt erstmals Benzin. Ein halbes Jahr später bricht mit der Finanzkrise alles ein - im Jänner 2009 kostet Super 95 nur noch 87,6 Cent.
- 2012 bis 2014: Eine ruhige Hochphase um 1,40 Euro, getragen von einem stabilen Ölpreis über 100 Dollar.
- 2020: Die Pandemie drückt die Nachfrage, der Literpreis fällt zurück auf gut einen Euro.
- Seit 2022: Erst der Krieg gegen die Ukraine, dann der Nahost-Konflikt. Beide Male stiegen die Preise binnen Monaten um mehr als 50 Cent.
| Jahr | Super 95 | Steueranteil | Diesel | Steueranteil |
|---|---|---|---|---|
| 2026 | 1,691 € | 52,1 % | 1,836 € | 45,4 % |
| 2025 | 1,519 € | 57,1 % | 1,536 € | 52,0 % |
| 2024 | 1,568 € | 54,4 % | 1,597 € | 49,1 % |
| 2023 | 1,595 € | 52,0 % | 1,642 € | 46,3 % |
| 2022 | 1,728 € | 46,0 % | 1,820 € | 40,0 % |
| 2021 | 1,283 € | 54,8 % | 1,237 € | 49,4 % |
| 2020 | 1,084 € | 62,0 % | 1,050 € | 55,5 % |
| 2019 | 1,238 € | 56,5 % | 1,206 € | 50,6 % |
| 2018 | 1,264 € | 55,7 % | 1,223 € | 50,2 % |
| 2017 | 1,177 € | 58,6 % | 1,105 € | 53,7 % |
| 2016 | 1,111 € | 61,1 % | 1,030 € | 56,4 % |
| 2015 | 1,202 € | 57,7 % | 1,122 € | 53,2 % |
| 2014 | 1,350 € | 53,2 % | 1,301 € | 48,1 % |
| 2013 | 1,393 € | 53,0 % | 1,357 € | 47,7 % |
| 2012 | 1,450 € | 52,9 % | 1,410 € | 47,6 % |
| 2011 | 1,357 € | 55,4 % | 1,329 € | 49,5 % |
| 2010 | 1,187 € | 57,5 % | 1,104 € | 51,6 % |
| 2009 | 1,045 € | 63,1 % | 0,974 € | 56,3 % |
| 2008 | 1,216 € | 56,6 % | 1,245 € | 47,7 % |
| 2007 | 1,121 € | 56,7 % | 1,034 € | 51,5 % |
| 2006 | 1,092 € | 55,7 % | 1,009 € | 49,9 % |
| 2005 | 1,034 € | 57,8 % | 0,948 € | 50,0 % |
Warum Diesel teurer ist als Benzin
Steuerlich müsste es umgekehrt sein: Auf Diesel liegen 39,7 Cent Mineralölsteuer je Liter, auf Benzin 48,2 Cent - ein Vorsprung von 8,5 Cent, historisch mit dem Güterverkehr begründet. Dass Diesel trotzdem mehr kostet, liegt am Produkt selbst.
Diesel und Heizöl entstehen im gleichen Teil der Raffinerie. Steigt die Nachfrage nach Heizöl - etwa weil Europa nach dem Wegfall russischer Lieferungen mehr davon einlagert -, verteuert das auch den Diesel. Dazu kommt, dass Europa Diesel importieren muss, während bei Benzin ein Überschuss besteht, der exportiert wird.
Für die Rechnung des Autofahrers heißt das: Der Kostenvorteil eines Dieselmotors schrumpft. Bei 15.000 Kilometern im Jahr und einem Verbrauch von 5,5 statt 7 Litern bleibt beim aktuellen Abstand von 21 Cent noch ein Vorteil von rund 190 Euro jährlich - vor Anschaffungspreis, motorbezogener Versicherungssteuer und Wertverlust.
Der Steueranteil schwankt gegenläufig
Weil Mineralöl- und CO2-Steuer feste Beträge je Liter sind, sinkt ihr Anteil, sobald das Produkt teurer wird. Die Kurve des Steueranteils läuft deshalb spiegelbildlich zur Preiskurve - am höchsten war er im Jänner 2009 mit 69 Prozent bei Super 95, am niedrigsten im Sommer 2022 mit 36 Prozent bei Diesel.
Das erklärt auch, warum Steuersenkungen als Krisenmaßnahme wenig bringen: Wenn der Rohölpreis um 30 Cent steigt, gleicht eine Senkung der Mineralölsteuer um 5 Cent das nicht aus - und sie wirkt dauerhaft, während der Preisschock vorübergeht.
Wann Tanken am günstigsten ist
In Österreich gilt eine Regel, die es in dieser Form sonst kaum gibt: Erhöhen dürfen Tankstellen den Preis nur einmal am Tag, um 12 Uhr. Senken dürfen sie ihn jederzeit und beliebig oft. Die Spritpreisverordnung schreibt das seit 2011 vor.
Daraus folgt unmittelbar, wann sich Tanken lohnt: am späten Vormittag, kurz vor zwölf. Bis dahin ist der Preis über Nacht meist mehrfach gesunken und kann bis Mittag nicht mehr steigen. Am teuersten ist es entsprechend am frühen Nachmittag.
Die Verordnung wurde 2026 kurzzeitig verschärft. Vom 16. März bis 12. April 2026 durfte der Preis nur an drei Tagen der Woche erhöht werden - montags, mittwochs und freitags. Die Maßnahme fiel in die Wochen des Diesel-Rekordpreises. Seit 13. April 2026 gilt wieder die tägliche Regel (BGBl. II Nr. 48/2026); das Wirtschaftsministerium begründete die Rückkehr damit, dass sinkende Einkaufspreise so schneller weitergegeben werden.
Was den Preis bestimmt
| Faktor | Wirkung auf den Literpreis | Reaktionszeit |
|---|---|---|
| Rohölnotierung (Brent) | stärkster Treiber, rund die Hälfte des Nettopreises | ein bis zwei Wochen |
| Wechselkurs Euro zu Dollar | Öl wird in Dollar gehandelt; ein schwacher Euro verteuert | Tage |
| Raffineriemargen | bei Engpässen zweistellige Cent-Beträge | Tage bis Wochen |
| Mineralölsteuer | fester Betrag, nur per Gesetzesänderung | Jahre |
| CO2-Bepreisung | fester Betrag, steigt nach gesetzlichem Pfad | jährlich |
| Standort und Wettbewerb | 30 bis 50 Cent zwischen Autobahn und Ortsrand | sofort |
Der Zusammenhang zum CO2-Preis ist dabei der planbarste: Er steigt nach einem im Gesetz festgelegten Pfad, die Erhöhung ist also Jahre im Voraus bekannt.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Tanken am billigsten?
Am späten Vormittag. Preiserhöhungen sind nur um 12 Uhr erlaubt, Senkungen jederzeit - der Preis erreicht seinen Tagestiefstand deshalb typischerweise kurz vor Mittag. Am Wochenende und an Feiertagen fallen die Schwankungen geringer aus.
Warum ist Diesel teurer als Benzin, obwohl die Steuer niedriger ist?
Weil der Produktpreis den Steuervorteil überkompensiert. Diesel konkurriert in der Raffinerie mit Heizöl, und Europa muss Diesel importieren, während bei Benzin ein Exportüberschuss besteht. Seit Juni 2025 liegt Diesel durchgehend über Super 95.
Wie viel Steuer zahle ich je Tankfüllung?
Bei 50 Litern Diesel zum aktuellen Preis rund 44 Euro, bei 50 Litern Super 95 rund 46 Euro - Mineralölsteuer, CO2-Preis und Umsatzsteuer zusammengenommen.
Ist Tanken in Österreich billiger als in Deutschland oder Italien?
Im langjährigen Vergleich ja, weil die österreichische Mineralölsteuer niedriger ist als die deutsche und die italienische. Der Abstand schwankt aber mit den Wechselkursen und den nationalen Steuerentscheidungen; verlässlich sind nur tagesaktuelle Vergleiche.
Bringt es etwas, mit fast leerem Tank zu fahren?
Wenig. Fünfzig Liter Diesel wiegen rund 42 Kilogramm; die Ersparnis durch einen halb leeren Tank liegt im Bereich von 0,1 Litern je 100 Kilometer. Reifendruck und Fahrweise wirken um ein Vielfaches stärker.
Warum unterscheiden sich die Preise auf dieser Seite von denen an meiner Tankstelle?
Die E-Control weist je Region die günstigsten Stationen aus. Autobahntankstellen und Standorte ohne Wettbewerb in der Nähe liegen regelmäßig 20 bis 40 Cent darüber.
Quellen
- E-Control: Spritpreisrechner - Preistransparenzdatenbank nach dem Preistransparenzgesetz, tagesaktuelle Meldungen der Tankstellen
- Europäische Kommission: Weekly Oil Bulletin - wöchentliche Landesdurchschnitte mit und ohne Steuern seit 2005
- WKO: Spritpreisverordnung - Preiserhöhung nur um 12 Uhr, Fassung BGBl. II Nr. 48/2026 seit 13. April 2026
- RIS: Mineralölsteuergesetz 1995 - Steuersätze für Benzin, Diesel und Heizöl
- Bundesministerium für Wirtschaft: Preispolitik - Hintergrund zur Preisauszeichnung bei Treibstoffen