Ratgeber

Heizölpreis aktuell in Österreich

Aktualisiert am 8. September 2026·Redaktion finfo.at
Heizöl je Liter1,607 €Durchschnitt in Österreich
Je 1.000 Liter1.607 ۟bliche Bestellmenge
Steueranteil32,6 %0,524 € je Liter
Ein Jahr+50,7 %seit 25.8.2025
Wochenwert vom 31.8.2026, Heizöl extra leicht, Durchschnitt über Österreich · Quelle Europäische Kommission, Weekly Oil Bulletin
0,000,501,001,502,0020082011201420172020202320261,607 €1,084 €Preis an der Haustürdavon ohne SteuernHeizölpreis in Österreich, Euro je LiterWochenwerte 2005 bis 31.8.2026 · Quelle: Europäische Kommission, Weekly Oil Bulletin0,000,501,001,502,002010201520202025Preis an der Haustürdavon ohne SteuernHeizölpreis in Österreich, Euro je Liter1,607 €am 31.8.20262005 bis 31.8.2026 · Quelle: EU-Kommission

Wer im Herbst 3.000 Liter Heizöl bestellt, überweist einen vierstelligen Betrag - und ein knappes Drittel davon geht an den Staat, bevor der erste Liter im Tank ist. Der Rest folgt dem Weltmarkt für Rohöl, und zwar mit einer Wucht, die jede Steuerdebatte in den Schatten stellt: Zwischen Februar und März 2026 verteuerte sich Heizöl in Österreich um 65 Cent je Liter, ohne dass sich an einer einzigen Abgabe etwas geändert hätte.

Was Heizöl derzeit kostet

Heizöl wird nicht literweise gekauft, sondern in Tankfüllungen. Umgerechnet auf die gängigen Bestellmengen:

BestellmengePreisdavon Steuern
500 Liter804 €262 €
1.000 Liter1.607 €524 €
1.500 Liter2.411 €785 €
2.000 Liter3.214 €1.047 €
3.000 Liter4.821 €1.571 €
5.000 Liter8.036 €2.618 €

Gerechnet mit dem Durchschnittspreis vom 31.8.2026. Händler staffeln ihre Preise nach Menge - je größer die Lieferung, desto niedriger der Literpreis. Dazu kommen je nach Anbieter Zuschläge für kleine Mengen, schwer erreichbare Tanks oder Expresslieferung.

Das ist der Durchschnitt über Österreich, den die Europäische Kommission wöchentlich im Weekly Oil Bulletin veröffentlicht. Die Mitgliedstaaten melden ihre Preise mittwochs, das Bulletin erscheint donnerstags. Ein konkretes Angebot weicht davon ab - nach oben, wenn die Menge klein ist oder der Tankwagen weit fahren muss, nach unten bei großen Lieferungen in dicht versorgten Gebieten.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

BestandteilJe LiterJe 1.000 LiterAnteil
Produktpreis, Vertrieb, Marge1,084 €1.084 €67,4 %
Mineralölsteuer0,098 €98 €6,1 %
CO2-Bepreisung und weitere Abgaben0,158 €158 €9,8 %
Umsatzsteuer 20 %0,268 €268 €16,7 %
Preis je Liter1,607 €1.607 €100 %
davon Steuern und Abgaben0,524 €524 €32,6 %

Stand 31.8.2026. Die Mineralölsteuer beträgt nach § 3 Abs. 1 Z 5 lit. a MinStG 98 Euro je 1.000 Liter, der Produktpreis stammt aus dem Weekly Oil Bulletin. Die dritte Zeile ist die Restgröße zwischen beiden und enthält im Wesentlichen die CO2-Bepreisung nach dem NEHG.

Zwei Dinge fallen an dieser Aufstellung auf. Erstens ist die Mineralölsteuer der kleinste Steuerposten - sie liegt seit Jahren unverändert bei 98 Euro je 1.000 Liter und macht nur einen Bruchteil dessen aus, was auf Treibstoff anfällt. Zweitens wächst die Umsatzsteuer mit dem Preis mit: Sie wird auf den Nettopreis samt Mineralöl- und CO2-Abgabe gerechnet, ist also eine Steuer auf Steuern. Steigt der Rohölpreis um einen Euro, kassiert der Staat automatisch 20 Cent mehr, ohne einen Satz anzuheben.

Wann im Jahr Heizöl am günstigsten war

Die verbreitete Regel lautet, man solle im Sommer bestellen, wenn niemand heizt. Über zwei Jahrzehnte hinweg stimmt das nicht:

MonatAbweichung vom Jahresmittelbei 3.000 Litern
Jänner−4,2 %−201 €
Februar−3,5 %−167 €
April−1,2 %−57 €
Mai−0,9 %−45 €
März−0,9 %−41 €
Dezember−0,6 %−29 €
Juni+0,7 %+33 €
August+0,8 %+40 €
Juli+1,3 %+62 €
September+2,1 %+100 €
November+2,3 %+111 €
Oktober+3,5 %+167 €

Mittlere Abweichung vom Preisniveau des jeweiligen Jahres, gerechnet über 21 vollständige Jahre seit 2005. Der Bezug auf das eigene Jahr ist nötig, weil sonst der Preistrend die Monate verzerren würde. Die Euro-Spalte rechnet die Abweichung auf eine Bestellung von 3.000 Litern zum heutigen Preis um.

Der günstigste Monat war im Mittel der Jänner, der teuerste der Oktober - also genau jener Monat, in dem die meisten Haushalte ihren Tank für die Heizsaison füllen. Zwischen beiden liegen rund 7,6 Prozentpunkte, bei einer Bestellung über 3.000 Liter also gut 360 Euro. Die Erklärung ist naheliegend: Im Oktober bestellen alle gleichzeitig, im Jänner ist die Nachfrage abgeflaut, obwohl die Heizsaison läuft.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens ist das ein Durchschnitt über 21 Jahre, kein Versprechen für ein einzelnes Jahr - 2026 etwa war der März teurer als jeder Oktober zuvor. Zweitens ist der Saisoneffekt klein gegenüber dem, was der Weltmarkt anrichtet: Sieben Prozent Saisonschwankung stehen einer Preisbewegung von über fünfzig Prozent binnen eines Jahres gegenüber. Wer den Tank leerlaufen lässt, um auf den Jänner zu warten, wettet auf die falsche Größe.

Warum Heizöl weniger kostet als Diesel

Chemisch sind Heizöl extra leicht und Diesel nahe Verwandte - beides sind Gasöle derselben Warengruppe. Der Preisunterschied entsteht fast vollständig im Steuerrecht:

Heizöl extra leichtDiesel
Warenartgekennzeichnetes GasölGasöl
Mineralölsteuer je Liter0,098 €0,397 €
Rechtsgrundlage§ 3 Abs. 1 Z 5 lit. a MinStG§ 3 Abs. 1 Z 4 lit. a MinStG
Kennzeichnungeingefärbt und markiert (§ 9 MinStG)keine
Unterschied0,299 € je Liter, also 299 € je 1.000 Liter

Damit die niedriger besteuerte Ware nicht im Fahrzeugtank landet, wird Heizöl nach § 9 MinStG eingefärbt und mit einem Markierstoff versetzt. Der bleibt in Tank und Leitungen über lange Zeit nachweisbar. Wird bei einer Kontrolle gekennzeichnetes Gasöl im Treibstofftank gefunden, wird die Differenz zur Treibstoffsteuer nachgefordert, dazu kommt ein Finanzstrafverfahren. Die Rechnung geht also selbst dann nicht auf, wenn man mehrere Tankfüllungen lang unentdeckt bleibt. Wie sich die Mineralölsteuer auf die einzelnen Kraftstoffe verteilt, steht bei der Mineralölsteuer.

Was den Preis bewegt

Der Blick auf den Verlauf seit 2005 zeigt zwei Linien, die fast parallel laufen: den Preis an der Haustür und denselben Preis ohne Steuern. Der Abstand dazwischen - die Abgabenlast - ändert sich über die Jahre kaum. Alles, was den Preis tatsächlich bewegt, passiert in der unteren Linie.

Wie eindeutig das ist, zeigt der Sprung im Frühjahr 2026. Zwischen dem 23.2.2026 und dem 30.3.2026 stieg der Preis von 1,099 € auf 1,749 € je Liter, also um 65 Cent. Davon entfielen 54 Cent auf den Produktpreis - 83 Prozent des Anstiegs. Die Mineralöl- und CO2-Abgaben blieben mit 25,5 Cent unverändert; der Rest war Umsatzsteuer, die auf den höheren Preis automatisch mitwuchs. Wer in dieser Zeit nach einem Schuldigen in Wien suchte, suchte am falschen Ort.

Der Höchststand der gesamten Reihe wurde am 6. April 2026 mit 1,836 Euro je Liter erreicht, der Tiefststand am 10. Jänner 2005 mit 48 Cent. Zwischen diesen beiden Punkten liegt der Faktor vier - und keine einzige Steuererhöhung, die auch nur annähernd in dieser Größenordnung läge.

Regionale Unterschiede

Die Preise, die eine Suche nach dem eigenen Bundesland ausgibt, weichen vom österreichischen Durchschnitt ab, und das hat zwei Gründe: den Lieferweg vom Tanklager und die Zahl der Anbieter in der Umgebung. Beides wirkt in dieselbe Richtung - je abgelegener die Adresse, desto höher der Aufschlag.

Eine amtliche Statistik nach Bundesländern gibt es für Heizöl nicht; die Europäische Kommission erhebt einen Landesdurchschnitt, keine regionale Aufgliederung. Wer den Preis für die eigene Adresse wissen will, kommt an mehreren Angeboten nicht vorbei. Der Durchschnittswert taugt dabei als Prüfgröße: Liegt ein Angebot deutlich darüber, lohnt eine zweite Anfrage.

Was beim Kauf zählt

  • Die Bestellmenge. Händler staffeln den Literpreis nach Liefermenge. Der Sprung zwischen einer kleinen und einer vollen Tankwagenladung ist der größte Hebel, den ein Käufer selbst in der Hand hat - deutlich größer als der Saisoneffekt.
  • Der Liefertermin. Wer eine Lieferung innerhalb weniger Tage braucht, zahlt einen Zuschlag. Wer zwei bis drei Wochen Zeit lässt, wird in die normale Tourenplanung eingeplant.
  • Die Zugänglichkeit. Lange Schlauchwege, enge Zufahrten oder ein Tank im zweiten Untergeschoss kosten extra. Diese Zuschläge stehen selten im beworbenen Literpreis.
  • Die Sammelbestellung. Mehrere Haushalte in einer Ortschaft, die gemeinsam bestellen, erreichen die nächsthöhere Mengenstufe. Das ist der einfachste Weg zum niedrigeren Literpreis, wenn der eigene Tank klein ist.
  • Der Vergleich zur Alternative. Bei einem anstehenden Kesseltausch ändert sich die Rechnung grundlegend - die Fördersätze und Bedingungen stehen beim Heizungstausch, was die Kilowattstunde aus Pellets im Vergleich kostet, beim Pelletspreis.

Häufige Fragen

Was kostet ein Liter Heizöl aktuell in Österreich?
Am 31.8.2026 lag er bei 1,607 € je Liter, also 1.607 € für 1.000 Liter. Der Wert stammt aus dem Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission und wird wöchentlich erhoben; ein einzelnes Angebot weicht je nach Menge und Region davon ab.

Wie viel Steuer steckt im Heizölpreis?
Knapp ein Drittel. Auf einen Liter entfallen 9,8 Cent Mineralölsteuer, dazu die CO2-Bepreisung und 20 Prozent Umsatzsteuer, die auch auf die übrigen Abgaben anfällt.

Wann im Jahr ist Heizöl am günstigsten?
Im Mittel über 21 Jahre war der Jänner der günstigste und der Oktober der teuerste Monat. Der Unterschied liegt bei rund 7,6 Prozentpunkten und ist damit klein gegenüber den Schwankungen des Weltmarktpreises.

Warum ist Heizöl billiger als Diesel?
Wegen der Mineralölsteuer: 98 Euro je 1.000 Liter gegenüber 397 Euro bei Diesel. Damit die günstigere Ware nicht im Tank landet, wird Heizöl eingefärbt und markiert.

Darf ich Heizöl im Traktor verwenden?
Nein. Gekennzeichnetes Gasöl darf nicht als Treibstoff verwendet werden. Der Markierstoff ist lange nachweisbar; bei einer Kontrolle wird die Steuerdifferenz nachgefordert und ein Finanzstrafverfahren eingeleitet.

Wird Heizöl wieder billiger?
Das hängt am Rohölpreis, und der lässt sich nicht seriös vorhersagen. Was sich sagen lässt: Der Steueranteil ist stabil, und die Preisbewegungen der vergangenen zwanzig Jahre kamen fast vollständig aus dem Produktpreis.

Woher die Zahlen kommen: Preise, Verlauf und Saisonfigur stammen aus dem Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission für Österreich, Heizöl extra leicht, Wochenwerte seit 2005. Die Steuersätze sind dem Mineralölsteuergesetz entnommen (§ 3 Abs. 1 Z 4 und 5, § 9), der CO2-Preis von 55 Euro je Tonne dem NEHG. Es sind Landesdurchschnitte ohne regionale Aufgliederung.

Quellen

Europäische Kommission - Weekly Oil Bulletin, Preisreihen der Mitgliedstaaten

RIS - § 3 MinStG, Steuersätze für Gasöl und gekennzeichnetes Gasöl

RIS - § 9 MinStG, Kennzeichnung von Gasöl

RIS - Nationales Emissionszertifikatehandelsgesetz, CO2-Bepreisung

BMF - Mineralölsteuer, Verbrauchsteuern im Überblick

E-Control - Heizen, Vergleich der Energieträger