Geldanlage

EZB-Leitzins aktuell: 2,25 Prozent

Aktualisiert am 8. September 2026·Redaktion finfo.at
Leitzins aktuell 2,25 % Einlagefazilität, der maßgebliche Satz
Letzte Änderung +0,25 Punkte wirksam seit 17. Juni 2026
Nächste Entscheidung 29. Oktober 2026, 14:15 Uhr
Tendenz steigend Markt erwartet 2,50 %
−1 0 1 2 3 4 5 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2026 EZB-Leitzinsen 2014 bis 2026 (in Prozent) Einlagefazilität Hauptrefinanzierungssatz 2,40 % 2,25 % Negativzinsphase 2014 bis 2022 Höchststand 4,00 % (Sept. 2023) Tiefpunkt 2,00 % Quelle: Europäische Zentralbank, Key ECB interest rates · Stand 7. September 2026 −1 0 1 2 3 4 5 2014 2018 2022 2026 EZB-Leitzinsen 2014 bis 2026 Angaben in Prozent Einlagefazilität Hauptrefinanzierungssatz 2,25 % 4,00 % Quelle: Europäische Zentralbank · Stand 7.9.2026

Die Europäische Zentralbank hat im Juni 2026 die Richtung gewechselt. Nach acht Senkungen in Folge hob der EZB-Rat die Zinsen erstmals seit September 2023 wieder an: Die Einlagefazilität liegt seit 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent. Im Juli blieb es dabei.

Am 10. September 2026 entscheidet der Rat erneut, und die Erwartung ist eindeutig: In einer Reuters-Umfrage vom 3. September rechneten 65 befragte Ökonomen im Mittel mit einem weiteren Schritt um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent. Der Geldmarkt hat das längst eingepreist - der Zwölf-Monats-Euribor notiert 0,86 Prozentpunkte über dem aktuellen Einlagesatz.

Für einen variabel verzinsten Wohnkredit über 300.000 Euro bedeutet jeder Viertelprozentpunkt rund 750 Euro mehr Zinsen im Jahr. Auf der anderen Seite steht ein Sparbuch, das nach Steuer und Inflation weiterhin Kaufkraft verliert.

Es gibt nicht einen Leitzins, sondern drei

Im Alltag ist vom „EZB-Leitzins“ die Rede, als gäbe es nur einen. Tatsächlich setzt der EZB-Rat drei Sätze fest, und sie haben unterschiedliche Aufgaben.

ZinssatzHöheWofür er gilt
Einlagefazilität
Deposit facility
2,25 %Zinssatz, den eine Bank bekommt, wenn sie Geld über Nacht bei der Notenbank parkt. Steuert seit 2024 faktisch das gesamte Zinsniveau.
Hauptrefinanzierungssatz
Main refinancing operations
2,40 %Preis, zu dem sich Banken im wöchentlichen Tender für sieben Tage Geld leihen. Historisch der Referenzsatz, auf den sich Verträge und Gesetze beziehen.
Spitzenrefinanzierungsfazilität
Marginal lending facility
2,65 %Notfallkredit über Nacht, gegen Sicherheiten. Bildet die Obergrenze für den Tagesgeldsatz am Markt.

Welcher davon der wichtigste ist, hat sich verschoben. Solange nach der Finanzkrise Billionen an Überschussliquidität im Bankensystem lagen, brauchte kaum eine Bank Geld von der Notenbank - sie hatte zu viel davon. Damit wurde der Satz, zu dem sie es abgeben konnte, zum eigentlichen Steuerungsinstrument. Der Geldmarkt orientiert sich seither an der Einlagefazilität.

Der Abstand zwischen den Sätzen ist selbst eine geldpolitische Entscheidung. Bis September 2024 lagen zwischen Hauptrefinanzierungssatz und Einlagefazilität 50 Basispunkte. Im Rahmen einer Überprüfung ihres operativen Rahmenwerks verkleinerte die EZB diesen Abstand auf 15 Basispunkte. Der Grund: Banken sollen wieder an den wöchentlichen Geschäften teilnehmen, ohne dass die Geldmarktzinsen dabei stark schwanken. Wer die Zinsschritte im Herbst 2024 nachrechnet, stolpert deshalb über einen scheinbaren Ausreißer - am 18. September 2024 fiel der Hauptrefinanzierungssatz um 60 Basispunkte, die Einlagefazilität aber nur um 25.

Zwölf Jahre in einer Kurve

Die Grafik oben zeigt die beiden zentralen Sätze seit 2014. Vier Phasen lassen sich klar unterscheiden, und jede hat für Kreditnehmer und Sparer etwas anderes bedeutet.

2014 bis 2022: acht Jahre unter null

Im Juni 2014 setzte die EZB die Einlagefazilität als erste große Notenbank überhaupt in den negativen Bereich, zunächst auf minus 0,10 Prozent. In vier Schritten ging es bis September 2019 auf minus 0,50 Prozent hinunter. Banken zahlten dafür, Geld bei der Notenbank zu halten. Der Hauptrefinanzierungssatz stand ab März 2016 bei glatt null.

Für Kreditnehmer war das die günstigste Zeit der Währungsunion, für Sparer die schlechteste. Wie Gerichte mit den Folgen umgingen, ist ein eigenes Kapitel - siehe dazu Negativzinsen und die Rechtsprechung des OGH.

Juli 2022 bis September 2023: der steilste Anstieg der EZB-Geschichte

Als die Inflation im Euroraum zweistellig wurde, folgten zehn Erhöhungen in vierzehn Monaten. Von minus 0,50 auf 4,00 Prozent sind 4,5 Prozentpunkte - nichts Vergleichbares hat es seit 1999 gegeben. Wer damals einen variablen Kredit hatte, sah seine Rate innerhalb eines Jahres um mehrere Hundert Euro steigen, ohne dass sich am Vertrag ein Wort geändert hätte.

Juni 2024 bis Juni 2025: acht Senkungen

Im Juni 2024 senkte die EZB als erste der großen Notenbanken - noch vor der US-Notenbank Fed. Bis Juni 2025 ging die Einlagefazilität in acht Schritten auf 2,00 Prozent zurück, den Tiefpunkt der jüngeren Geschichte.

Seit Juni 2026: die Wende zurück

Der Krieg im Nahen Osten trieb die Energiepreise nach oben, und mit ihnen die Inflation. Am 11. Juni 2026 hob der EZB-Rat alle drei Sätze um 25 Basispunkte an. Die Beschlüsse im Wortlaut begründen den Schritt mit der Entschlossenheit, „die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 %“ zu stabilisieren. Zugleich revidierte die EZB ihre Projektionen: 3,0 Prozent Inflation für 2026, 2,3 Prozent für 2027, 2,0 Prozent erst 2028. Das Wachstum wurde auf 0,8 Prozent für 2026 heruntergesetzt.

Was am 10. September auf dem Spiel steht

Die Ausgangslage ist unbequem, weil die Zahlen in zwei Richtungen zeigen.

IndikatorAugust 2026Juli 2026Was er sagt
Inflation Euroraum (HVPI)3,3 %2,9 %deutlich über dem 2-Prozent-Ziel, Tendenz steigend
davon Energie+14,3 %+10,3 %der alleinige Treiber des Anstiegs
Kerninflation (ohne Energie, Nahrungsmittel)2,4 %2,5 %leicht rückläufig, fast am Ziel
Dienstleistungen3,0 %3,3 %der zähe Teil gibt nach
Inflation Österreich (HVPI)2,9 %-national gerechnet 3,2 Prozent

Das ist das klassische Dilemma einer Notenbank bei einem Angebotsschock. Ein Ölpreisanstieg treibt die Gesamtinflation nach oben, ohne dass die heimische Nachfrage überhitzt - die Kerninflation sinkt sogar. Zinserhöhungen wirken aber nur auf die Nachfrage. Sie machen Gas nicht billiger, sie bremsen die Wirtschaft.

Warum die EZB trotzdem anhebt: Sie fürchtet die sogenannten Zweitrundeneffekte. Wenn hohe Energiepreise in Lohnforderungen und Preiserwartungen einsickern, wird aus einem einmaligen Schock dauerhafte Inflation. Genau das ist 2022 passiert. Der Beschluss vom 23. Juli 2026, mit dem der Rat alle drei Sätze unverändert ließ, verwies deshalb auf die hohe Unsicherheit: „Die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen.“ Beobachtet würden Intensität und Dauer des Schocks sowie seine indirekten Auswirkungen und Zweitrundeneffekte.

Die EZB legt sich nicht fest. Seit 2022 entscheidet der Rat ausdrücklich „von Sitzung zu Sitzung“ und auf Basis der jeweils neuen Daten, ohne Zusage für einen bestimmten Zinspfad. Marktprognosen sind Wahrscheinlichkeiten, keine Ankündigungen - im Juli 2026 hatten Beobachter mehrheitlich ebenfalls mit einem Schritt gerechnet, und es kam keiner.

Wie eine Zinsentscheidung zustande kommt

Der EZB-Rat besteht aus den sechs Mitgliedern des Direktoriums und den Gouverneuren der nationalen Zentralbanken des Euroraums - seit dem Beitritt Bulgariens am 1. Jänner 2026 sind das 21 Länder, für Österreich der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank. Über Geldpolitik entscheidet dieses Gremium bei acht Sitzungen im Jahr, also etwa alle sechs Wochen.

Abgestimmt wird dabei nicht von allen gleichzeitig. Weil der Euroraum über 18 Mitglieder hinausgewachsen ist, gilt ein Rotationsverfahren: Die sechs Direktoriumsmitglieder sind dauerhaft stimmberechtigt, die Gouverneure teilen sich 15 Stimmrechte, die monatlich wechseln. Wer in einem bestimmten Monat mitstimmt, veröffentlicht die EZB im Voraus. An der Sitzung und der Aussprache nehmen alle teil - nur das Stimmrecht rotiert.

  • Tag 1 gehört der Lage: Analysen zu Preisen, Konjunktur, Geldmenge, Finanzmärkten.
  • Tag 2 bringt die Aussprache und den Beschluss. Vier Mal im Jahr - März, Juni, September, Dezember - liegen dabei neue Projektionen des Eurosystems für Inflation und Wachstum vor. Die Septembersitzung ist eine davon.
  • 14:15 Uhr erscheint der Beschluss als Pressemitteilung.
  • 14:45 Uhr beginnt die Pressekonferenz der Präsidentin. Für die Märkte ist sie oft wichtiger als der Beschluss selbst, weil dort der Ton für die kommenden Monate gesetzt wird.
  • Vier Wochen später veröffentlicht die EZB das Sitzungsprotokoll.

Formal entscheidet der Rat mit einfacher Mehrheit, in der Praxis wird ein Konsens gesucht. Ein neuer Zinssatz gilt nicht sofort, sondern ab dem Beginn der nächsten Mindestreserveperiode - das ist der Mittwoch der Folgewoche. Der Beschluss vom Donnerstag, dem 11. Juni 2026, wurde deshalb am Mittwoch, dem 17. Juni wirksam. Für den 10. September gilt dieselbe Mechanik: Was der Rat an diesem Donnerstag beschließt, greift ab 16. September.

Der Weg vom Leitzins zu Ihrer Kreditrate

Zwischen dem Beschluss in Frankfurt und der Abbuchung auf Ihrem Konto liegen mehrere Stationen. Die EZB selbst beschreibt die Transmission ihrer Geldpolitik als Prozess mit langen, variablen und unsicheren Zeitverzögerungen. Eine präzise Vorhersage, wie stark eine Zinsentscheidung auf Wirtschaft und Preisniveau wirkt, sei deshalb nicht möglich.

  1. Geldmarkt. Der Tagesgeldsatz folgt der Einlagefazilität fast unmittelbar.
  2. Euribor. Die Referenzsätze für ein bis zwölf Monate bewegen sich mit den Erwartungen an die EZB - sie laufen der Entscheidung also voraus, statt ihr zu folgen.
  3. Kreditvertrag. Ihr variabler Zinssatz besteht aus dem Referenzsatz plus einem festen Aufschlag der Bank. Angepasst wird zum vereinbarten Termin, meist quartalsweise oder halbjährlich.
  4. Fixzinsangebote. Sie hängen nicht am Leitzins, sondern an den langfristigen Kapitalmarktzinsen - und damit an der Erwartung über Jahre hinweg.

Was das in Zahlen heißt, zeigt der Blick auf einen laufenden variablen Kredit. Der Zinseffekt trifft die gesamte Restschuld:

Restschuld+0,25 Prozentpunktepro Monat
200.000 Euro500 Euro im Jahr41,67 Euro
250.000 Euro625 Euro im Jahr52,08 Euro
300.000 Euro750 Euro im Jahr62,50 Euro

Bei einem neu abgeschlossenen Kredit über 300.000 Euro auf 25 Jahre verschiebt derselbe Viertelprozentpunkt die Monatsrate von 1.501,87 auf 1.542,39 Euro - gut 40 Euro mehr, über die gesamte Laufzeit rund 12.150 Euro.

In Österreich kommt der Leitzins gedämpft an. Laut Zinssatzstatistik der Oesterreichischen Nationalbank kosteten neu vergebene Wohnbaukredite im Juli 2026 im Schnitt 3,54 Prozent - bei einem Einlagesatz von 2,25 Prozent. Der Abstand ist die Marge der Bank, der Aufschlag für Ihr Ausfallrisiko und der Preis der Fristentransformation. Konsumkredite lagen im selben Monat bei 8,70 Prozent und reagieren auf Leitzinsschritte deutlich träger.

Welche Klauseln im Vertrag darüber entscheiden, wie schnell eine Erhöhung bei Ihnen ankommt, steht im Detail unter Euribor und variabler Kredit sowie unter Kreditzinsen in Österreich.

Was der Leitzins auf dem Sparkonto anrichtet

Auf der Einlagenseite ist die Weitergabe historisch schwächer als auf der Kreditseite. Steigende Leitzinsen erreichen Sparkonten spät und unvollständig, sinkende schlagen schneller durch.

Die Rechnung für ein Sparbuch mit 20.000 Euro und einer einjährigen Bindung zum Durchschnittszins für neu gebundene Einlagen:

Zinsertrag brutto430 Euro
abzüglich 25 % Kapitalertragsteuer−108 Euro
Ertrag nach Steuer322 Euro (1,61 %)
Kaufkraftverlust bei 3,2 % Inflation−640 Euro
Realer Saldo−318 Euro (−1,6 %)

Selbst nach der Zinswende bleibt die reale Verzinsung negativ. Der Grund liegt in der Zange aus Kapitalertragsteuer und Inflation: Die Steuer greift auf den nominellen Ertrag zu, bevor die Inflation ihn aufzehrt. Details zu den einzelnen Sparformen stehen unter Sparzinsen in Österreich, die steuerliche Seite unter Festgeld und Tagesgeld.

Warum die EZB überhaupt an der Schraube dreht

Das Mandat steht in Artikel 127 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union: Vorrangiges Ziel ist Preisstabilität. Seit der Strategieüberprüfung 2021 definiert die EZB das als symmetrische 2 Prozent auf mittlere Frist - Abweichungen nach oben und nach unten sind gleichermaßen unerwünscht. Erst nachrangig, und nur soweit es die Preisstabilität zulässt, unterstützt sie die allgemeine Wirtschaftspolitik der Union.

Der Hebel dahinter ist einfach beschrieben und in der Wirkung schwer zu dosieren:

Zinsen steigenZinsen sinken
Krediteteurer, weniger Nachfragebilliger, mehr Nachfrage
Sparenattraktiver, Konsum wird aufgeschobenunattraktiver, Konsum wird vorgezogen
InvestitionenProjekte rechnen sich seltenerProjekte rechnen sich häufiger
Euro-Wechselkurstendenziell stärker, Importe billigertendenziell schwächer, Exporte leichter
Wirkung auf Preisedämpfendanregend

Der Wechselkurs ist dabei der unterschätzte Kanal. Ein stärkerer Euro verbilligt Importe - und Öl wird in Dollar abgerechnet. Eine Zinserhöhung wirkt gegen einen Energiepreisschock also nicht nur über die gebremste Nachfrage, sondern auch über die Währung.

Leitzins und Euribor werden ständig verwechselt

Beide Begriffe stehen für Zinssätze, aber sie entstehen auf völlig verschiedene Weise.

EZB-LeitzinsEuribor
Wer legt ihn festder EZB-Rat, per Beschlussder Markt, berechnet aus Bankmeldungen
Wie oftacht Sitzungen im Jahrjeden Bankarbeitstag
BezugGeschäfte der Banken mit der NotenbankGeschäfte der Banken untereinander
Steht im Kreditvertragfast niefast immer

Der Euribor greift den Entscheidungen vor. Am 4. September 2026 lag der Drei-Monats-Satz bei 2,679 Prozent, der Zwölf-Monats-Satz bei 3,108 Prozent - beide über dem Einlagesatz von 2,25 Prozent. Diese Differenz ist keine Marge, sondern die Erwartung des Marktes an die Zinsen der kommenden Monate. Wer auf die Zinsentscheidung wartet, um zu reagieren, kommt in der Regel zu spät.

Die EZB im Vergleich mit anderen Notenbanken

Seit Mitte 2026 laufen die großen Notenbanken erstmals seit Jahren wieder auseinander: Die EZB strafft, die Fed hat zuletzt gesenkt.

NotenbankLeitzinsStand
Europäische Zentralbank (Hauptrefinanzierung)2,40 %seit 17. Juni 2026
US-Notenbank Fed (Zielband)3,50 bis 3,75 %Stand September 2026
Bank of England3,75 %Stand Juni 2026
Bank of Japan0,75 %Stand Juni 2026
Schweizerische Nationalbank0,00 %Stand Juni 2026

Für den Euroraum ist der Abstand zur Fed nicht nur eine Fußnote. Je kleiner er wird, desto stärker tendiert der Euro - was Importe verbilligt und die Inflation dämpft. Die nächste Fed-Entscheidung fällt sechs Tage nach der EZB, am 16. September 2026.

Die Zinstermine bis Ende 2027

Die Beschlüsse fallen jeweils am zweiten Sitzungstag und werden um 14:15 Uhr veröffentlicht. Die mit einem Stern markierten Termine sind Projektionssitzungen mit neuen Prognosen für Inflation und Wachstum - dort sind größere Bewegungen wahrscheinlicher.

20262027
10. September *4. Februar
29. Oktober18. März *
17. Dezember *29. April
10. Juni *
22. Juli
9. September *
28. Oktober
16. Dezember *

Alle Zinsschritte seit 1999

Die Tabelle listet jede Änderung der drei Leitzinssätze seit Beginn der Währungsunion, jeweils mit dem Tag, ab dem sie galt. Bis Juni 2000 arbeitete die EZB mit Festzinstendern, danach mit Mindestbietungssätzen; seit Oktober 2008 gilt wieder ein fester Satz.

Gültig abEinlageHauptrefi.Spitzenrefi.
1. Jan. 19992,00 %3,00 %4,50 %
4. Jan. 19992,75 %3,00 %3,25 %
22. Jan. 19992,00 %3,00 %4,50 %
9. Apr. 19991,50 %2,50 %3,50 %
5. Nov. 19992,00 %3,00 %4,00 %
4. Feb. 20002,25 %3,25 %4,25 %
17. März 20002,50 %3,50 %4,50 %
28. Apr. 20002,75 %3,75 %4,75 %
9. Juni 20003,25 %4,25 %5,25 %
28. Juni 20003,25 %4,25 %5,25 %
1. Sep. 20003,50 %4,50 %5,50 %
6. Okt. 20003,75 %4,75 %5,75 %
31. Aug. 20013,25 %4,25 %5,25 %
18. Sep. 20012,75 %3,75 %4,75 %
9. Nov. 20012,25 %3,25 %4,25 %
6. Dez. 20021,75 %2,75 %3,75 %
7. März 20031,50 %2,50 %3,50 %
6. Juni 20031,00 %2,00 %3,00 %
8. März 20061,50 %2,50 %3,50 %
15. Juni 20061,75 %2,75 %3,75 %
9. Aug. 20062,00 %3,00 %4,00 %
11. Okt. 20062,25 %3,25 %4,25 %
13. Dez. 20062,50 %3,50 %4,50 %
14. März 20072,75 %3,75 %4,75 %
13. Juni 20073,00 %4,00 %5,00 %
9. Juli 20083,25 %4,25 %5,25 %
8. Okt. 20082,75 %-4,75 %
9. Okt. 20083,25 %-4,25 %
15. Okt. 20083,25 %3,75 %4,25 %
12. Nov. 20082,75 %3,25 %3,75 %
10. Dez. 20082,00 %2,50 %3,00 %
21. Jän. 20091,00 %2,00 %3,00 %
11. März 20090,50 %1,50 %2,50 %
8. Apr. 20090,25 %1,25 %2,25 %
13. Mai 20090,25 %1,00 %1,75 %
13. Apr. 20110,50 %1,25 %2,00 %
13. Juli 20110,75 %1,50 %2,25 %
9. Nov. 20110,50 %1,25 %2,00 %
14. Dez. 20110,25 %1,00 %1,75 %
11. Juli 20120,00 %0,75 %1,50 %
8. Mai 20130,00 %0,50 %1,00 %
13. Nov. 20130,00 %0,25 %0,75 %
11. Juni 2014−0,10 %0,15 %0,40 %
10. Sep. 2014−0,20 %0,05 %0,30 %
10. Dez. 2015−0,30 %0,05 %0,30 %
16. März 2016−0,40 %0,00 %0,25 %
18. Sep. 2019−0,50 %0,00 %0,25 %
27. Juli 20220,00 %0,50 %0,75 %
14. Sep. 20220,75 %1,25 %1,50 %
2. Nov. 20221,50 %2,00 %2,25 %
21. Dez. 20222,00 %2,50 %2,75 %
8. Feb. 20232,50 %3,00 %3,25 %
22. März 20233,00 %3,50 %3,75 %
10. Mai 20233,25 %3,75 %4,00 %
21. Juni 20233,50 %4,00 %4,25 %
2. Aug. 20233,75 %4,25 %4,50 %
20. Sep. 20234,00 %4,50 %4,75 %
12. Juni 20243,75 %4,25 %4,50 %
18. Sep. 20243,50 %3,65 %3,90 %
23. Okt. 20243,25 %3,40 %3,65 %
18. Dez. 20243,00 %3,15 %3,40 %
5. Feb. 20252,75 %2,90 %3,15 %
12. März 20252,50 %2,65 %2,90 %
23. Apr. 20252,25 %2,40 %2,65 %
11. Juni 20252,00 %2,15 %2,40 %
17. Juni 20262,25 %2,40 %2,65 %

Häufig gestellte Fragen

Welcher der drei Sätze ist „der“ Leitzins?

In Medienberichten und in älteren Verträgen meist der Hauptrefinanzierungssatz, aktuell 2,40 Prozent. Für die Wirkung am Geldmarkt zählt seit Jahren die Einlagefazilität mit 2,25 Prozent - sie ist der Satz, an dem sich Tagesgeld und Euribor orientieren.

Wann wirkt sich eine Erhöhung auf meinen variablen Kredit aus?

Zum nächsten im Vertrag vereinbarten Anpassungstermin, üblicherweise quartalsweise oder halbjährlich. Maßgeblich ist nicht der Leitzins selbst, sondern der Stand des vereinbarten Euribor am Stichtag. Manche Verträge passen erst an, wenn eine Schwelle überschritten ist - dann kommt die Änderung später, dafür in einem größeren Sprung.

Mein Kredit hat einen Fixzins. Betrifft mich die Entscheidung?

Während der Fixzinsbindung nicht. Relevant wird sie am Ende der Bindung, wenn der Kredit auf einen variablen Satz umgestellt oder neu verhandelt wird. Wer eine auslaufende Bindung hat, sollte die Anschlussfinanzierung deutlich vor dem Stichtag klären.

Warum steigen die Sparzinsen langsamer als die Kreditzinsen?

Weil Banken bei Einlagen weniger Wettbewerbsdruck haben als im Kreditgeschäft. Ein Kreditkunde vergleicht Angebote und wechselt, ein Sparbuchkunde selten. Die OeNB-Statistik zeigt diese Asymmetrie über alle Zinszyklen hinweg.

Was passiert bei einem negativen Leitzins mit meinem Guthaben?

Für Privatkunden galt in Österreich auch in der Negativzinsphase faktisch eine Untergrenze bei null. Der Oberste Gerichtshof hat mehrfach zu Zinsgleitklauseln entschieden - die Details stehen unter Negativzinsen.

Wo finde ich den offiziellen aktuellen Stand?

Die EZB führt die verbindliche Liste unter Key ECB interest rates. Die deutschsprachige Zusammenfassung jedes Beschlusses veröffentlicht die Oesterreichische Nationalbank am Entscheidungstag.

Kann die EZB die Zinsen zwischen zwei Sitzungen ändern?

Ja. Der EZB-Rat kann außerordentlich zusammentreten, zuletzt geschehen in akuten Krisenlagen. Im Normalbetrieb bleibt es beim Sitzungskalender.

Quellen