Lehrer Gehalt in Österreich 2026 - die sieben Stufen des Pädagogischen Dienstes
Eine Lehrerin im Pädagogischen Dienst beginnt mit 3.636,40 Euro brutto und erreicht in der höchsten Stufe 6.461,60 Euro. Der Abstand zwischen Anfang und Ende beträgt 2.825,20 Euro - das ist der steilste Gehaltsverlauf, den ein Bundesberuf mit nur sieben Entlohnungsstufen bietet.
Die Zahl gilt für das seit 2019 verpflichtende Dienstrecht neu. Wer davor eingetreten ist, kann noch im alten Schema geführt sein, das mit niedrigeren Anfangsbezügen beginnt und dafür mehr Zulagen kennt. Beide Systeme laufen noch parallel.
Die Entlohnung im Pädagogischen Dienst
Das Monatsentgelt für vollbeschäftigte Vertragsbedienstete im Pädagogischen Dienst steht in § 46 des Vertragsbedienstetengesetzes 1948. Die Werte wurden zum 1. Juli 2026 gemeinsam mit dem übrigen öffentlichen Dienst um 3,3 Prozent angehoben:
| Entlohnungsstufe | Monatsentgelt | Sprung zur nächsten Stufe |
|---|---|---|
| 1 | 3.636,40 € | +501,80 € |
| 2 | 4.138,20 € | +503,00 € |
| 3 | 4.641,20 € | +503,10 € |
| 4 | 5.144,30 € | +503,30 € |
| 5 | 5.647,60 € | +503,30 € |
| 6 | 6.150,90 € | +310,70 € |
| 7 | 6.461,60 € | Endstufe |
Auffällig ist die Gleichmäßigkeit: Die ersten fünf Sprünge liegen alle bei rund 503 Euro, erst der letzte fällt mit 310,70 Euro kleiner aus. Anders als im Exekutivdienst mit seinen 19 Stufen sind die Schritte hier groß und selten - der Verlauf ist bewusst so gebaut, dass der Einstieg attraktiv ist und die Steigerungen planbar bleiben.
Der Einstieg ist hoch angesetzt. Mit 3.636,40 Euro in Stufe 1 liegt er über dem Satz, den eine Elementarpädagogin im SWÖ-Kollektivvertrag nach 14 Berufsjahren erreicht (3.630,30 Euro), und über dem Anfangsbezug jeder Verwendungsgruppe im Exekutivdienst - dort startet selbst der leitende Dienst bei 3.128,90 Euro. Am Ende der Laufbahn dreht sich das Bild: Ein Polizist in E2b kommt auf 3.904,70 Euro, ein Lehrer auf 6.461,60 Euro.
Bachelor, Master und die Einstufung
Für die Anwendung der Vorrückungsbestimmungen unterscheidet § 46 Abs. 2 VBG nach der Ausbildung. Maßgeblich ist, ob ein Bachelor of Education im Ausmaß von 180 oder 240 ECTS-Anrechnungspunkten nach § 65 Abs. 1 Hochschulgesetz 2005 vorliegt - davon hängt ab, welcher Hochschulbildungs-Kategorie der Anlage 1 zum Beamten-Dienstrechtsgesetz die Person gleichgestellt wird.
Praktisch heißt das: Die Lehramtsausbildung entscheidet nicht nur über die Unterrichtsberechtigung, sondern auch über den Zeitpunkt der Vorrückungen. Wer parallel zum Dienst weiterstudiert, sollte den Abschluss deshalb umgehend melden.
Mehr als 24 Wochenstunden: die besondere Vergütung
Die Lehrverpflichtung im Pädagogischen Dienst liegt bei 24 Wochenstunden Unterricht beziehungsweise qualifizierter Betreuung von Lernzeiten. Wer dieses Ausmaß dauerhaft überschreitet, erhält nach § 47 VBG eine besondere Vergütung - und zwar anstelle der sonst üblichen Nebengebühren nach den §§ 16 bis 18 Gehaltsgesetz.
Zwei Punkte daran werden oft übersehen:
- Die Vergütung tritt an die Stelle der Nebengebühren, sie kommt nicht zusätzlich dazu.
- Im Vertretungsfall ist die Lehrfächerverteilung abzuändern, sobald feststeht, dass die Vertretung länger als zwei Wochen dauert - danach zählt die Mehrleistung regulär.
Was netto bleibt
Lehrkräfte im Pädagogischen Dienst sind Vertragsbedienstete und damit nach dem Angestelltensatz sozialversichert. Gerechnet mit 18,07 Prozent Sozialversicherung, dem Lohnsteuertarif 2026 und dem Verkehrsabsetzbetrag von 496 Euro, ohne Familienbonus:
| Stufe | Brutto | Sozialversicherung | Lohnsteuer | Netto |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 3.636,40 € | 657,10 € | 443,54 € | 2.535,76 € |
| 2 | 4.138,20 € | 747,77 € | 602,11 € | 2.788,32 € |
| 4 | 5.144,30 € | 929,58 € | 931,82 € | 3.282,90 € |
| 7 | 6.461,60 € | 1.167,61 € | 1.363,53 € | 3.930,46 € |
Der Verlauf zeigt, wie stark die Progression greift: Brutto liegen zwischen Stufe 1 und Stufe 7 genau 2.825,20 Euro, netto nur 1.394,70 Euro. Knapp die Hälfte der Steigerung bleibt übrig. Ab Stufe 7 wirkt zusätzlich die Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 Euro dämpfend, bis zu der Sozialversicherungsbeiträge anfallen.
Dazu kommen 13. und 14. Monatsentgelt, die nach dem Jahressechstel begünstigt besteuert werden. Die eigene Konstellation samt Zulagen und Familienbonus rechnet der Brutto-Netto-Rechner durch.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Lehrer in Österreich?
Im Pädagogischen Dienst zwischen 3.636,40 Euro in Stufe 1 und 6.461,60 Euro in Stufe 7, brutto bei Vollbeschäftigung. Netto sind das rund 2.536 bis 3.930 Euro.
Was verdient eine Volksschullehrerin?
Dieselbe Tabelle. Der Pädagogische Dienst unterscheidet nicht nach Schultyp - Volksschule, Mittelschule und AHS folgen denselben Entlohnungsstufen. Unterschiede entstehen über Zulagen und die Lehrverpflichtung.
Wie oft steigt das Gehalt?
Sieben Stufen über die gesamte Laufbahn, mit Sprüngen von jeweils rund 503 Euro. Der Zeitpunkt der Vorrückung richtet sich nach den Bestimmungen des Vertragsbedienstetengesetzes und der eingebrachten Ausbildung.
Was ist der Unterschied zwischen altem und neuem Dienstrecht?
Das seit 2019 verpflichtende Dienstrecht neu (Pädagogischer Dienst) hat höhere Anfangsbezüge und eine flachere Kurve mit sieben Stufen. Das alte Schema startet niedriger, steigt länger und kennt mehr Einzelzulagen. Ein Wechsel ist nur in eine Richtung möglich.