Gehalt in Österreich
Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es in Österreich nicht - was ein Beruf zahlt, steht im Kollektivvertrag, in einem Mindestlohntarif des Bundeseinigungsamts oder im Dienstrecht. Die Beträge stammen jeweils aus der geltenden Fassung dieser Quellen.
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Woher die Zahl im Dienstvertrag kommt
Einen gesetzlichen Mindestlohn kennt Österreich nicht. Was ein Beruf mindestens zahlt, entscheidet fast immer der Kollektivvertrag der jeweiligen Branche - rund 97 Prozent der Arbeitsverhältnisse sind davon erfasst. Verhandelt wird jährlich zwischen Gewerkschaft und der zuständigen Fachorganisation der Wirtschaftskammer, meist im Herbst für das Folgejahr.
Daraus folgt eine Eigenheit, die viele Gehaltsvergleiche unbrauchbar macht: Dieselbe Tätigkeit kann je nach Arbeitgeber unter einem völlig anderen Lohnschema stehen. Drei Wege sind möglich:
| Grundlage | Wer sie anwendet | Wer sie festlegt |
|---|---|---|
| Kollektivvertrag | Betriebe, die Mitglied einer kollektivvertragsfähigen Körperschaft sind - über die Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer der Regelfall | Gewerkschaft und Fachorganisation, jährliche Verhandlung |
| Mindestlohntarif | Branchen, in denen auf Arbeitgeberseite kein verhandlungsfähiger Verband besteht - etwa private Kinderbildungseinrichtungen oder Hausbetreuung | Bundeseinigungsamt per Bescheid, auf Antrag der Gewerkschaft |
| Dienstrecht des Bundes, der Länder und Gemeinden | öffentlich Bedienstete: Lehrkräfte, Polizei, Verwaltung, kommunale Kindergärten | Gesetz beziehungsweise Landesgesetz, jährliche Gehaltsverhandlung des öffentlichen Dienstes |
Bei politischen Ämtern kommt ein vierter Weg dazu: Das Bundesbezügegesetz koppelt alle Bezüge an einen einzigen Ausgangsbetrag, von dem sich die Gehälter vom Bundespräsidenten bis zum Gemeinderat als Prozentsätze ableiten.
Warum Brutto-Vergleiche in die Irre führen
Ein Gehaltsplus wird selten in der Höhe wirksam, in der es vereinbart wurde. Im Einkommensbereich zwischen rund 22.000 und 36.500 Euro Jahreseinkommen greift der 30-Prozent-Tarif, darüber 40 Prozent - zusammen mit den 18,07 Prozent Sozialversicherung bleiben von 100 Euro mehr brutto 57,35 Euro in der 30-Prozent-Stufe und 49,16 Euro in der 40-Prozent-Stufe.
Wer zwei Angebote vergleicht, rechnet deshalb sinnvollerweise netto - und bezieht die Sonderzahlungen ein: 13. und 14. Gehalt werden im Rahmen des Jahressechstels mit sechs Prozent besteuert statt mit dem Tarifsatz. Ein Job mit 14 Gehältern schlägt einen mit zwölf deutlich klarer, als die Monatsbeträge vermuten lassen.
Für die eigene Konstellation samt Familienbonus und Pendlerpauschale rechnet der Brutto-Netto-Rechner die Beträge durch, die Lohnsteuertabelle zeigt die Tarifstufen 2026.